Ecuador I: Macara – Cuenca
Geschrieben am 24. März 2011 von jennie.
Dienstag,15.03.2011: Macara – El Limon; sonnig bei 45 Grad
Im Zimmer verdrücken wir noch schnell eine Mango, eine der vielen, sie werden einfach nicht weniger. Dann starten wir, und stoßen noch im Ort auf den „Rey del Pan“ (den König des Brotes). Klar, hier müssen wir halten und noch schnell Frühstücken. Aber der König des Brotes trägt seinen Namen zu unrecht. Leider. Eine große Katastrophe erwartet uns. Das Brot ist super schlecht und einen Brotaufstrich müssen wir aus einer ganz anderen Ecke des Ortes besorgen. Wie können Ecuadorianer überleben? Mir ist es ein Rätsel? Gut oder auch weniger gut gestärkt starten wir schon bei ordentlich Sonnenschein. Und Ecuador hält was es verspricht, gleich auf den ersten Kilomertern geht es in die Berge. Die letzten Monate geht es für uns jetzt immer gen Norden. Die nächsten Anlaufpunkte in Ecuador sind Loja, Cuenca, Riobamba, Banos, Puyo, Misahualli, Quito, Ibarra und mit Tulcan schließlich die Grenze zu Kolumbien. Aber erstmal geht es in Richtung Loja. Die Sonne knallt uns wie die letzten Tage mit gnadenlosen 45 Grad auf den Kopf. Aber im Schneckentempo bergauf ist das Ganze noch schlimmer. Nach 1 Stunde haben wir gerade einmal 7 Kilometer geschafft. Das ist mühsam. In einem kleinen Ort, Lamara, machen wir unsere Mittagspause. Zum Reis mit Huhn trinken wir bestimmt 2 Liter Cola. Dann quälen wir uns weiter die Berge rauf. Wenigstens die Landschaft entschädigt. Ecuadorist genauso wie man es sich vorgestellt hat. Alles schön grün mit vielen verschiedenen Vogelarten und hin wieder auch Kühe, Schafe, Schweine und Esel sowie ein paar Pferde die die Straßenränder säumen. Und so geht der Tag ins Land, ohne viele Kilometer, dafür mit unendlich vielen Trink- und Verschnaufpausen. Mittlerweile ist es 17.30 Uhr, höchste Zeit um an einen Schlafplatz zu denken und so fragen wir bei einem Bauernhof wie weit der nächste Ort ist oder ob es hier irgendwo die Möglichkeit zum Zelten gibt. Der Typ ist ein Arsch, und wäre der Tag nicht so anstrengend und wäre es länger hell, dann wäre ich umgekehrt und hätte ihm eine Reingehauen. Ich war wirklich wütend. Seine Aussage, der nächste Ort ist eine Std. Fußmarsch entfernt, aber alles flach. Das dürfte mit dem Rad ja kein Problem sein, aber es waren unzählige Kilometer bergauf, nach einem harten Tag und wir haben nochmal ca. 50 Minuten gebraucht. Egal, wir sind pünktlich mit der Dämmerung angekommen, und haben zwischendurch noch eine echte Tarantel gesehen, wie unheimlich. In dem Ort gibt es nicht mehr wie 5 Häuser, aber darunter eine Krankenstation. Gut, dort wollen wir Fragen. Innerlich auf eine Absage vorbereitet ergreife ich ehute die Initiative. „Hallo, wir kommen aus Deutschland und sind mit dem Rad hier. Wir sind sehr kaputt und es wird langsam dunkel und wir wissen nicht wo wir schlafen können, können wir unser Zelt vielleicht hier aufbauen und hier Übernachten?“ . Als Antwort kommt ein kurzes „Si. Kein Problem“. Wir gucken uns verwundert an und sind super glücklich. Noch besser, wir können unser Zelt sogar in einem großem Raum aufbauen, so brauchen wir keine Angst vor der Tarantel haben und sind noch dazu vor Regen geschützt. Kaum fertig mit dem Zelt dürfen wir auch noch die Dusche benutzen und bekommen ecuadorianisches Essen gekocht. Wir revanchieren uns mit Mangos. Gut das es in Ecuador nicht so super Mangos gibt wie in Peru. So können wir „Mila“ (o.ä.) und ihrere Tochter eine richtige Freude bereiten.
66 km, 1.720 hm, Fz: 5.45 Std.
Mittwoch, 16.03.2011: El Limon – Vela Cruz; anfangs sonnig am Abend neblig bei 16-45 Grad
Schon während des Packens tänzelt Christian von einem Bein aufs andere. Er muss mal, und damit beginnt das Drama. Nach ca. 10 Min. kommt er vom Klo, das Klo ist verstopft. Im gleichen Moment kommt Mila in die Küche. Christian beichtet. Wir bekommen trotzdem ein Brötchen und ein Glas Trinkjoghurt zum Frühstück. Wir staretn heute tatsächlich schon um 8 uhr morgens. Die Klinik bzw. Praxis sitzt schon voll mit Leuten, wie bei uns in Deutschland. Kaum zu Glauben, aber die ersten Kilometergeht es mal bergab. Das rollt. Im ersten Ort gönnen wir uns noch ein paar Kekse.Wir sind immernoch hungrig. Heute übernehme ich die Führung, Christian hat es erwischt, wie immer wenn wir das Land wechseln, er hat Durchfall und trottet heute tatsächlich hinter mir her. Hin und wieder warte ich. Was für ein Gefühl! So wie gestern geht es weiter, immer aufwärts, stundenlang, um dann in Windeseile alles bergab zu Radeln und sich erneut die Berge hinauf zu quälen. Am Mittag erreichen wir endlich Catacocha, nach schon mehr als 1.000 Höhenmetern. Wir haben Durst und Hunger und sind beide fix und fertig. Also Pause, in Ruhe stärken und dann die nächste Etappe in Angriff nehmen. Der nächste Ort ist nur 20 km entfernt, aber wir brauchen nochmal fast 3 Stunden eh wir dort ankommen. Mittlerweile hat auch das Wetter komplett gewechselt. Hier in Vela Cruz haben wir Ecuadors Nebelwald erreicht. Es ist bereits 17 Uhr, das heisst in 1,5 Std. ist es dunkel. Weiterfahren trauen wir uns nicht, es ist nicht sicher ob wir den nächsten Ort bei Tageslicht erreichen, und Wildzelten bei dem Wetter ist mit unserem Zelt mittlerweile keine Freude mehr. Bei Regen tropft es nach den vielen Monaten an etlichen Stellen rein. Also fragen wir im Ort wo wir übernachten können. Der Ort ist nicht gerade einladend, und unser Zelt vor der Kirche aufstellen erscheint uns nicht sicher. Wir bekommen den Tipp, dass wir in der Kirche schlafen können, es heißt in ca. 1-1,5 Std. kommt der Kirchenmann und lässt uns rein. Das klingt gut. Schnell was anziehen, denn es ist mit 16 Grad im Nebel super kalt und super feucht. Wir warten und warten und als nach ca. 2,5 Std. die Kirchenglocken läuten, werden wir zwar mit Handschlag begrüßt, aber auch gleich wieder dumm stehen gelassen. Der Gottesdienst beginnt. Jetzt müssen wir den auch noch abwarten. Die Laune ist mittlerweile im Keller, aber als wir nach dem Gottesdienst so gegen 20.30 Uhr doch in einen Raum der Kirche gelassen werden sind wir froh zumindest nicht draussen schlafen zu müssen. Christian rennt nochmal los Wasser kaufen, damit wir wenigstens noch Kochen können, denn in der Kirche gibt es weder Wasser noch Toilette. Aber wir haben ein Dach über´m Kopf und schlafen frisch gestärkt ein.
53 km, 1.600 hm, Fz: 5:40 Std.
Donnerstag, 17.03.2011: Vela Cruz – Loja; Nebel/Sonne/Regen bei 10 – 45 Grad
Wir stehen um 7 Uhr auf, verdrücken unsere letzten 2 Mangos und packen zusammen. Wir starten um 8.30 Uhr bei richtigem Nebel, aber wenn die Nebelwand aufreisst, dann haben wir eine richtig tolle Aussicht. Da 2 Mangos nicht gerade ergiebig sind kriechen wir die nächsten 17 km nur so im Schneckentempo den Berg rauf bis der erste Kiosk kommt und wir Kekse kaufen können. Jetzt geht es die nächsten 15 km bis zum nächsten Ort tatsächlich nur bergab. Wir verlieren mehr als 700 hm. So schön wie es ist einfach mal rollen zu lassen, so blöd ist es auch zu wissen das wir das alles später wieder hoch müssen. Aber egal, jetzt wird in San Pedro nochmal gefrühstückt, diesmal Brot mit Käse, auch mal ganz nett, obwohl das Brot hier halt einfach nicht schmeckt. Die Auswahl an Lebensmitteln ist hier echt beschränkt und ich habe keine Lust mich die nächsten Wochen nur von Keksen und Nudeln mit Ketchup zu ernähren. Wir fahren weiter, nochmal 10 km bergab. Mittlerweile haben wir Catamayo erreicht, leider liegt es nur nur noch auf ca. 1.200 m, und unser Ziel für heute liegt ca. 1.000 m höher. Wir werden vorgewarnt. Die nächsten 20 km gehts nochmal hoch, dann 15 runter und wir sind in Loja. Na dann nichts wie los. Aber leider hat uns die Sonne wieder eingeholt und quält uns die ersten km den Berg hoch. Dann wird es glücklicherweise etwas kühler und erträglicher, aber ich bin echt ko. Die Berge tagtäglich rauben mir ganz schön die Kraft. Stetig bergan brauche ich alle 20 Minuten eine Pause von 10 Minuten. Trotzdem kommen wir nach Stunden irgendwann oben auf über 2.500 m an. Puh, dann waren das mal eben 1.300 hm am Stück. Geschafft, nach ca. 3,5 Std. Glücklich wollen wir jetzt nach Loja reinkullernund ich glaube zum ersten Mal an diesem Tag das wir Loja tatsächlich noch erreichen. Wir brauchen unsere Jacken, es hat sich ganz schön abgekühlt, und als wir in die Stadt reinfahren beginnt es wie aus Eimern zu regnen. Schnell halten wir am ersten Restaurant und essen erstmal was. Dann als wir denken der Regen hat aufgehört wollen bzw. müssen wir schon allein wegen der Uhrzeit die restlichen paar Kilometer in die Innenstadt fahren und dabei erwischt uns der Regen total. Nass bis auf die Haut checken wir im erstbesten und viel zu teurem Hotel ein. So ein Mistwetter und das auf den letzten Kilometern. Das ist wirklich gemein. Die Stadtbesichtigung verschieben wir auf morgen, heute nur noch schnell was essen und mit Bier und Chips ins Bett. Eins steht fest, Ecuador rockt, und das war erst der Anfang.
84 km, 1.845 hm, Fz: 6.30 Std.
Freitag, 18.03.2011: Loja; sonnig bei 20 Grad
Zum Frühstück gibt´s endlich wieder Haferflocken, auch wenn uns diese bald zu den Ohren wieder rauskommen, aber ewig Kekse kann ich zum Frühstück auch nicht sehen. Danach erkunden wir Stadt und Markthalle. An die Markthallen werde ich mich nie gewöhnen. Diese Gerüche dort führen bei mir auch nach 10 Monaten immer noch zum Brechreiz, aber Christian liebt sie nun mal, die Markthallen. Wir gönnenuns Kaffee und Obstsalat und später zum Mittag kehren wir beim Vegetarier ein. Das Essenist so mies das wir es beide stehenlassen und zum Frustessen mit Keksen in unserem Zimmer verschwinden. Der erste Eindruck von Ecuador ist sehr gemischt. Die Landschaft ist einzigartig, aber die Essgewohnheiten lassen zu Wünschen übrig, außerdem ist es sehr viel teurer als erwartet und mit dem Fahrrad mühsam die Berge zu erklimmen.Auch die Stadt Loja überzeugt nicht. Mal sehen was der zweite Eindruck sagt.
Samstag, 19.03.2011: Loja – Saraguro; Regen, Wolken bei 13-24 Grad
So wir wir in Loja angekommen sind, so verlassen wir es auch wieder. Bei Regen. Und noch dazu verfahren wir uns. 10 km umsonst, d.h. kostbare Zeit verschenkt. Ob wir es heute trotzdem nach Saraguro schaffen? Als der Regen weniger wird finden wir den richtigen Weg. Natürlich geht es wieder bergauf, für Stunden, aber eigentlich lässt es sich einigermaßen fahren. Auch heute beeindruckt die Landschaft, dafür kommt der erste Ort fürs Mittagessen viel zu spät. Aber wenigstens kommt einer mit einem Kiosk. Es geht ein Stück bergab und wieder stetig bergauf und in einem kleinen Ort findet ein Motocross-Rennen statt. Die Menschen stehen in einer Traube zusammen und alle schauen begeistert zu. Auch wir, denn die Menschen hier, die Saraguros, stammen eigentlich aus Bolivien vom Titicacasee und wurden damals von dort zwangsumgesiedelt. Aber bis heute haben sie ihre Traditionen erhalten. Man erkennt sie sofort, zum einen an der Kleidung und zum anderen an ihrem indigenen Aussehen. Aber als ein wir ein Schild sehen, „Saraguro 20 km“ sind wir doch ein bißchen platt. Wir dachten wir hätten es fast geschafft, und natürlich geht es noch ordentlich bergauf. Aber erst stärken wir uns nochmal mit Keksen und warten den Schauer ab. Mir reicht es langsam mit dem ewigen bergauf Fahren, ich möchte langsam ankommen, aber auch das Wetter kennt keine Gnade. Als wir den über 3.000m hohen Pass erreicht haben und nur noch runterkullern ist es so neblig, dass wir Angst haben am Ort vorbei zu sausen. Man sieht die Hand vor Augen kaum. Aber schon beim durchfahren des Ortes und beim Suchen eines Hostals hat man ein gutes Gefühl hier in Saraguro. Kurz vor dem Ort treffen wir noch auf eine Polizeikontrolle, aber man kennt das ja, „die Polizei dein Freund und Helfer“ und so rufen die Jungs uns nur zu: „Don´t give up“. Und genau an diese Worte werde ich wahrscheinlich noch oft denken. Im Hostal heiß Duschen, dann schnell raus fürs Abendbrot einkaufen und schnell zurück aufs Zimmer und Essen. Ich bin heut total geschafft und während Christian noch „Deutsche Welle“ im Fernsehen guckt schlafe ich schon um 21 Uhr ein.
85 km, 1.845 hm, Fz: 6.30 Std.
Sonntag, 20.03.2011: Saraguro -Susudel; erst sonnig später Regen bei 13-24 Grad
Aufstehen, Frühstücken und schnell Yusammenpacken, denn heute ist Markttag in Saraguro. Wie gestern schon beim Reinfahren gefällt uns der Ort auch heute noch mehr als gut. Der Markt ist klasse, und wenn wir nicht weiter müssten, hätten wir den Tag locker hier verbringen können. Weil es mit den Rädern ein schweres vorwärtskommen ist auf dem Markt passe ich auf die Räder auf während Christian die Einkäufe erledigt. Sofort gesellen sich ein paar Kinder zu mir und fragen mir Löcher in den Bauch. Auch die Polizisten von gestern sind hier und geben uns ein paar tolle Tipps, und das sogar auf Englisch. Als wir letzendlich starten ist es bereits 11 Uhr. Es geht heute sehr schleppend voran, ich bin total kaputt, die Berge schaffen mich und ich brauche die erste Pause bereits nach weniger als einer Stunde. Aber auch Christian kommt nicht in Tritt. Und so schleppen wir uns voran bis nach endlosem berauf eine steile Abfahrt nach Ona kommt. Hier im Restaurant kehren wir ein. Ich brauche was zu Essen, Christian begnügt sich mit Kaffee und wir kommen mit einem sehr netten LKW-Fahrer, den wir auf der steilen Abfahrt gerade überholt haben ins Gespräch. Er ist sehr interessiert an unserer Kultur, stellt viele Fragen und so haben wir zum Essen wirklich nette Unterhaltung. Aber auch nach dem Essen kommen wir nicht so richtig in Fahrt. Irgendwie ist heut der Wurm drin, und als es dann noch anfängt zu regnen versuchen wir im Schutz von einpaar Bäumen Unterschlupf zu finden. Der Regen verarscht uns wieder. Es wird weniger und wir fahren weiter, und natürlich wird es dann wieder mehr. Nach ein paar weiteren mühsamen Kilometern finden wir eine überdachte Hütte. Perfekt denken wir und stellen uns unter. Es regnet mittlerweile in Strömen und fängt auch langsam an zu dämmern, wir haben also im Grunde auch keine andere Wahl und müssen hier Übernachten. Auf den ersten Blick alles super, aber dann entdeckt Christian Flöhe. Das erste Mal in meinem Leben sehe bzw. habe ich Flöhe. Aber was sollen wir machen? Wir können es nicht ändern. Zum Essen wird Regenwasser gesammelt, eine Trinkflasche ist in ca. 4 Minuten voll, das geht schnell, und nachdem die Flöhe im Zelt gekillt sind lässt es sich auch ein paar Stunden schlafen.
58 km, 1.260 hm, Fz: 4.25 Std.
Montag, 21.03.2011: Susudel – Cuenca ;erst sonnig später regnerisch und kalt bei 8- 30 Grad
Wir wachen gegen 6.30 Uhr auf, frühstücken und packen so schnell wie möglich zusammen und versuchen so wenig Flöhe wie möglich mitzunehmen. Es gelingt. Am ersten Kiosk decken wir uns mit Wasser ein, die Sonne scheint und können keine Flöhe mehr an uns finden. Puh Glück gehabt. Vor uns liegt ein 3.500 m hoher Pass. Das wissen wir. Aber heute rollt es sich richtig gut ein, im Gegensatz zu gestern. Welch ein Glück. Das es bergauf geht ist klar und mittlerweile ist man routiniert. Nach den ersten 30 km die erste richtige Pause mit Keksen und Saft. Wir sind jetzt schon auf über 3.000m. Und klar wissen wir das es weiter bergauf geht, denn der Pass wartet. Witer und immer weiter schlägt das Wetter komplett um. Wir fahren wieder durch Nebelschwaden und die Temperaturen sinken um mindestens 10 Grad. Auf 3.300m kommt auf einmal eine kleine Abfahrt, und ich denke nur bitte bitte jetzt nicht runter und dann wieder alles hoch, aber Gott sei Dank bleiben wir fast auf Höhe. Es fängt an zu regnen und wird noch kälter, aber keiner will jetzt anhalten um was anzuziehen. Wir wollen nur endlich oben auf dem Pass sein, und wieder kommt eine kleine Abfahrt. Mein Gott, wenn das so weitergeht kommen wir nie oben an. Und wieder qäulen wir uns hoch, und wieder kommt kein Pass, wir sind auf über 3.400m, aber nach der nächsten steilen Abfahrt ist klar, das muss es jetzt gewesen sein. Und so ist es auch. Nach mehr als 50 km bergauf, aber bei Nieselregen und weniger als 10 Grad macht so eine fette Abfahrt auch keinen Spaß. Wir sausen super dolle frierend ca. 14 km den Berg runter, verlieren dabei mehr als 700hm, die Finger bzw. Hände sind kaum noch zu spüren und wir warten sehnlichst auf den nächsten Ort und den nächsten Kaffee zum Wärmen. Der nächste Ort kommt, Cumbre, aber wir finden nur einen Kiosk mit einer kleinen Sitzgelegenheit. Was solls? Schnell sind warme Sachen angezogen und Kekse gekauft. Puh war das anstrengend. Es ist fast 16 Uhr und bis Cuenca sind es noch 20 km, schaffen wir das heute noch? Nicht wenn es nochmal kräftig bergauf geht. Egal, hier wollen wir nicht bleiben. Es wird wärmer, 16 Grad, und nieselt nur noch leicht, noch dazu meint die Straße es gut mit uns und so geht es bis Cuenca schnell voran auf leicht abfallender Straße. Was für eine Abwechslung. Wir erreichen Cuenca gegen 17 Uhr und fragen uns zum Zentrum durch. Dort angekommen rufen wir Gerard an, wir kennen ihn aus dem Internet. In ein paar Wochen geht er selbst mit seinem Rad auf Tour. Er holt uns in der Stadt ab denn wir können umsonst bei ihm Schlafen. Cuenca gefällt uns schon auf dem ersten Blick. Es ist relativ ruhig, auch der Verkehr und mit den vielen Kirchen ist die Stadt echt eine Augenweide. Aber für heute wollen wir nur noch Duschen und endlich was vernünftiges Essen. Und so wird es mal wieder ein super netter Abend. Gerard verwöhnt uns mit Spezialitäten aus seiner Heimat, Katalonien.
96 km, 1.620 hm, Fz: 7.05 Std.
Dienstag, 22.03.2011 + Mittwoch 23.03.2011: Cuenca; sonnig bei ca. 20 Grad
In einer Woche in Ecuador sind wir knapp 450 km mit fast 10.000 Höhenmetern gefahren. Jetzt erholen wir uns 2 Tage in Cuenca und genießen die Stadt. Wir fühlen uns sauwohl hier, in der Stadt und auch bei Gerard unserem Gastgeber. Wie immer an solchen Tagen bummeln wir durch die Stadt, trinken Kaffee und gehen billig Mittagsmenüs essen. Cuenca ist die mit Abstand schönste Stadt Ecuadors, bis jetzt, und ich kann mir vorstellen, dass das auch so bleibt. Für uns ist die Stadt das „Cusco“ Ecuadors.
Aber morgen geht es weiter, wieder in die Berge und eins ist klar: We don´t give up!