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		<title>Kolumbien IV , Villa de Leyva &#8211; Bogota &#8211; Frankfurt &#8211; ENDE</title>
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		<pubDate>Thu, 19 May 2011 17:56:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Donnerstag, 05.05.2011: Villa de Leyva; sonnig bei ca. 20-25 Grad Wir ändern unsere Pläne. Mit dem Wissen,dass wir hier weiterradeln während zu Hause die Beerdigung stattfindet, kommt Jennie nicht klar. Wir buchen unseren Flug um, anstatt am 31.05.2011 von Carracas fliegen wir nun schon nächsten Dienstag von Bogota direkt nach Frankfurt. Wir verbringen den Tag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Donnerstag, 05.05.2011: Villa de Leyva; sonnig bei ca. 20-25 Grad</strong></p>
<p>Wir ändern unsere Pläne. Mit dem Wissen,dass wir hier weiterradeln während zu Hause die Beerdigung stattfindet, kommt Jennie nicht klar. Wir buchen unseren Flug um, anstatt am 31.05.2011 von Carracas fliegen wir nun schon nächsten Dienstag von Bogota direkt nach Frankfurt.<span id="more-474"></span></p>
<p>Wir verbringen den Tag mit spazierengehen in diesem schönen Städtchen. Diese alte Kolonialstadt ist bei anderen Urlaubern sehr beliebt. Aber zum Glück treibt es die meisten an den Wochenenden hierher. So haben wir unsere Ruhe. Die Trauer und zum anderen, dass wir die Tour 3Wochen früher abbrechen müssen. Das zerrt schon am Gemüt.</p>
<p>Wir wollen wenigstens noch mit den Rädern zurück nach Bogota fahren, bzw. nach Chia zu Sonia und Gabriel, wo wir zum Glück wieder unterkommen können.</p>
<p><strong>Freitag, 06.05.2011: Villa de Leyva &#8211; Choconta; wechselhaft bei ca. 18-25 Grad</strong></p>
<p>Wir müssen nicht den gleichen Weg zurückfahren, sondern können die Tour nach Chia als Runde fahren. Auf der Stasse in Richtung Tunja kommen wir an einen heftigen Anstieg, natürlich wieder mit Baustellen von Erdrutschen der vergangenen Tage. Nach einer gefühlten Ewigkeit an biegen wir von dieser Strasse ab und durchfahren ein Tal. Ein landschaftliches Highlight. Wir rollen nur dahin und geniessen diese Aussicht und die Ruhe – nämlich Autos sind hier sehr selten.  Bei der Puente de Boyaca erreichen wir wieder die Autopista</p>
<p>Boyaca ist eine historisch bedeutende Stätte in Kolumbien. Hier fand die „Schlacht von Boyaca“ 1819 statt.Spaniens Truppen gegen die für die Unabhängigkeit Kolumbiens kämpfenden Separatisten unter Simon Bolivar. Bolivars Truppen gewannen übrigens, somit sehr sehr bedeutend für die Gründung bzw. Unabhängigkeit Kolumbiens.</p>
<p>Auf der Autopista in Richtung Süden halten wir in einer kleinen Stadt namens Villapinzon, um hier zu übernachten. Leider gibts die Bomberos mal wieder ohne Campingmöglichkeit. Im einzigen Hotel der Stadt fragen wir an. Auf meine Frage, ob wir die Räder in den Flur stellen können  &#8211; eigentlich nichts abnormal – erwidert das Fräulein an der „Rezeption“, dass das die Chefin entscheidet. Diese käme aber erst in ½ Stunde. Oh nö -  darauf haben wir keine Lust – warten um eine Frage zu stellen – nicht mit uns!!</p>
<p>Wir machen uns auf die nächsten 15km nach Choconta. Äusserlich auch nicht viel schöner als Villapinzon, dafür gibts mehrere Hotels, wo wir auch gleich im erstbesten einchecken. Die Räder dürfen rein und kochen dürfen wir auf dem Hof, wobei mir der Hotel-Onkel Gesellschaft leistet.</p>
<p>93km , 6:40h , 1.610hm</p>
<p><strong>Samstag, 07.05.2011: Choconta &#8211; Chia; sonnig bei ca. 20-25 Grad</strong></p>
<p>Heute ist es nicht mehr weit. Trotz der Umstände freuen wir uns, Sonia und Garbriel wiederzusehen. Die beiden haben sofort ihre Hilfe angeboten als sie von Jennies Oma erfuhren.</p>
<p>Bis zum Hammeranstieg hoch zum Anwesen der beiden, rollen wir locker dahin. Aber da sind sie wieder: 400Höhenmeter auf ca. 3km. Das werden für diese Reise die letzten Kilometer in Südamerika sein. Keine Frage für mich – ich will das fahren. Natürlich zieht Jennie mit.</p>
<p>Gabriel empfängt uns und alles ist so, als wären wir gerade einmal 1Tag weggewesen.</p>
<p>Wir nutzen die Zeit, putzen die Räder, die Taschen, die Schuhe – die Sachen, die wir putztechnisch im letzten Jahr nicht unbedingt verwöhnt haben.</p>
<p>Wir sind froh, noch die letzten Tage in Kolumbien hier verbringen zu können.</p>
<p>56km , 3:00h , 700hm</p>
<p><strong>Sonntag – Montag (08.05.-10.05.2011) Chia , wechselhaft, 20-24Grad</strong></p>
<p>Die Tage verfliegen. Wir besuchen die Familien von Gabriel und Sonia – ebenso nette Menschen. Wir besuchen nocheinmal Nachbar Paul und Cecilia. Wir fahren nach Bogota, um Souvenirs zu kaufen. Jetzt wo wir nicht mehr die Räder damit beladen müssen, können wir uns endlich um solche Angelegenheiten kümmern.</p>
<p>Derweil kümmern sich Gabriel und Sonia um Fahrradkartons und um den Transport zum Flughafen.</p>
<p><strong>Dienstag , 11.05.2011 (letzter Tag </strong><strong>L</strong><strong>) , Chia – Flug nach Frankfurt , wechselhaft , 19-22Grad </strong></p>
<p>Ein mulmiges Gefühl in der Magengegend liess uns die letzte Nacht nicht gut schlafen. Zu viele Gedanken gingen uns durch den Kopf, es ist viel passiert im letzten Jahr, das muss erst einmal verarbeitet werden.</p>
<p>Bis zum Mittag sind wir allein im Hause, vepacken die Räder und unsere Taschen. Wir haben heute noch relativ viel Zeit, da der Flieger erst am Abend um ca. 22.00Uhr startet. Am Nachtmittag fahren wir mit Sonia noch auf ein letztes Eis in die Stadt.</p>
<p>Dann ist auch schon Sonias Vater da, der uns mit seinem Kleinbus zum Flughafen bringen soll. Dann geht es schnell, die Verabschiedung von unseren lieben und wir sind auf dem Weg zum Flughafen. Die beiden kommen nicht mit, da sie heute mit ihrem Auto nicht nach Bogota fahren dürfen (Fahrverbot zur Minimierung des Verkehrsaufkommens).</p>
<p>Die Fahrt dauert lang, viel Stau und dazu echt miese Strassen. Relativ spät sind wir da und erleben eine positve Überraschung. Wir brauchen keine Ausreisegebühr zahlen (da wir nur 4Wochen im Land waren). Sonst wäre es richtig teuer geworden (ca. 200USD). Naja, so haben wir ein wenig für die Umbuchung über.</p>
<p>Viel Zeit zum schlendern haben wir nicht, ehrlich gesagt gar keine. Direkt von der Gepäckaufgabe gehen wir zum Check-in und sitzen bald im Flieger.</p>
<p>Das Gefühl ist immer noch da. Natürlich freuen wir uns auf zu Hause, auf die Familie und die Freunde. Aber gerade bei mir ist das andere Gefühl auch da – einfach weiterreisen an diesem tollen Flecken der Erde mit so netten Menschen.</p>
<p>Der Flug nach Frankfurt ist absolut ruhig uns stressfrei, so wie es mir am besten gefällt. Wir fliegen ca. 10Stunden. Relativ relaxt kommen wir am nächsten Tag um ca. 16.00Uhr in Frankfurt an – abgesehen vom Schlafmangel der letzten Nacht.  Ebenso das Gepäck – alles ist unversehrt. Alles ist wieder optimal gelaufen.</p>
<p>Deutschland hat uns wieder ! Aber wie lange? Am liebsten möchte ich gleich in den nächsten Flieger steigen.</p>
<p>-ENDE –</p>
<p><strong>Fazit Kolumbien:</strong></p>
<p>Auch hier waren wir ca. 1Monat. Die Erwartungen waren hoch. Zu viele Radler hatten uns von diesem Land und den Menschen vorgeschwärmt. Dazu sind wir in Ecuador zu wahren Ecuador-Liebhabern geworden.“ Kolumbien (!!!), hui das ist doch so gefährlich! Überall ist die Drogenmafi im Gange, die FARC und alles schlimme auf dieser Welt. Besser nicht nach Kolumbien. So hört und liest man es oft in Deutschland. (z.B. <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/">www.auswaertiges-amt.de</a> schreibt eine Reisewarnung für Kolumbien aus. Aber das machen die auch für andere Länder wie auch Ecuador.)“. Auf so etwas muss man nichts geben. Einfach die Leute fragen und los geht es. Natürlich schon etwas Obacht!!!</p>
<p>Der Anfang in Kolumbien war dann ernüchternd – Ipiales – eine miese Grenzstadt, die wir gleich hinter uns liessen. Dann kam die Landschaft – und die war beeindruckend!! In Pasto haben wir die kolumbianische Herzlichkeit das erste Mal zu spüren bekommen. Und zwar bei den Bomberos. Fast eine Woche waren wir mit Jennies „Zahnproblem“ (Aktion Dicke Backe) dort.</p>
<p>Und es blieb bei der kolumbianischen Herzlichkeit. Von Ort zu Ort – wir waren verwirrt, konnten nicht mehr einschätzen, wer nun wirklich netter war als der andere.</p>
<p>Nach unserem „Durchmarsch“ in Ecuador mussten wir zeitweise auf den für uns so unbeliebten Bus umsteigen. Das war schade, von Pasto bis Cali haben wir so ein wenig das Kolumbien „verpasst“.</p>
<p>Dann letztendlich die Sache mit Jennies Oma. So ganz ohne Probleme lief Kolumbien nicht für uns. Aber wir beide sind uns einig: Kolumbien ist wunderbar. Dieses Land hat um einiges mehr an Beachtung und Bewunderung verdient. Das Drogenproblem herrscht zwar noch vor, und in einigen Gegenden sollte man sich nicht unbedingt aufhalten. Aber wir haben uns in den über 4Wochen nicht einen Augenblick unsicher oder gar bedroht gefühlt – wie in jedem anderen Land Südamerikas übrigens auch!!!</p>
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		<title>Kolumbien III: Chia &#8211; Villa de Leyva</title>
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		<pubDate>Thu, 05 May 2011 18:53:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jennie</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Donnerstag, 28.04.2011: Chia-Zipaquira-Chia; wechselhaft mit viel Regen bei 15-25 Grad Den ersten Kaffee bekommen wir ans Bett serviert. Danke Sonia. Danach gibts noch ein leckeres Frühstück. Wir erzählen viel, und die Konversation klappt erstaunlich gut. Naja wir haben ja in den letzten Wochen auch wirklich viel Spanisch gesprochen. Dann machen wir uns mit Sonia auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Donnerstag, 28.04.2011: Chia-Zipaquira-Chia; wechselhaft mit viel Regen bei 15-25 Grad</strong></p>
<p>Den ersten Kaffee bekommen wir ans Bett serviert. Danke Sonia. Danach gibts noch ein leckeres Frühstück. Wir erzählen viel, und die Konversation klappt erstaunlich gut. Naja wir haben ja in den letzten Wochen auch wirklich viel Spanisch gesprochen. Dann machen wir uns mit Sonia auf den Weg zur Salzkathedrale in Zipaquira.<span id="more-472"></span> Zwischenduch kehren wir zum Mittag ein, es gibt typische Spezialitäten der Region: total leckere Suppe mit Maiskolben und dazu einen Teller mit Fleisch, Yucca und anderen Kleinigkeiten. Aber dann gehts in die Salzkathedrale. Die Kathedrale entstand in einer alten Salzmine, die direkt in einen Berg gegraben wurde. Seit 1995 ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich. Wir staunen nicht schlecht, wirklich beeindruckend.  Sonia wartet derweil mit Buch ausgestattet im Auto auf uns. Was für ein Service. Im Anschluss gibts lecker Kaffee (natürlich kolumbianischen) mit Gebäck. Was für ein netter Tag. Und am Abend sitzen wir wieder lange zusammen und erzählen. Wow, geht es uns gut! Ein Leben wie im Märchen. Muchas gracias, Senora!</p>
<p><strong>Freitag, 29.04.2011: Chia-Bogotá-Chia; heute mal kein Regen bei ca. 20-25 Grad</strong></p>
<p>Aufstehen, Frühstücken und wieder eine Weile Plaudern. Dann machen wir uns fein für die Stadt. Heute wollen wir ein paar Souvenirs kaufen damit wir nicht mit leeren Händen nach Hause kommen. Bisher haben wir uns eher zurückgehalten, wer will den „Mist“ schon ein halbes Jahr oder länger auf dem Rad mit sich rumschleppen?</p>
<p>Aber erst gehts in ein Shoppingcenter „Santafe“, zum Mittagessen. Die Gelegenheit will ich Nutzen um noch einmal Geld zu holen, denn Souvenirs sind teuer. Also ran an den Automaten, Betrag und Geheimnummer eingeben und erwartungsvoll auf das Geld warten, wie immer. Aber heute ist alles anders. Es kommt kein Geld heraus. Dafür der Beleg über den abgehobenen Betrag. Ach Du Schreck, was jetzt? Glücklicherweise gibt es eine Filiale der Bank hier im Shoppingcenter. Christian bewacht den Automaten und Sonia und ich machen uns auf den Weg in die Filiale. Sonia erklärt was passiert ist und bittet um Überprüfung ob die Transaktion durchgeführt wurde oder nicht. Als Antwort bekommen wir zu hören, wir wären keine Kunden der Bank und für internationale Geschäfte seien sie nicht zuständig. Wie bitte? Ich kann das grad nicht glauben. Wir gehen wieder hoch zum Automaten, zu Christian, und erfahren das der Automat gerade mit Geld gefüllt wird. Passt ja irgendwie, dann war scheinbar kein Geld drin. Wir erklärem nun dem Sicherheitspersonal was passiert ist und bekommen eine Hotline genannt, die Überprüfen soll ob das Geld abgebucht wurde oder nicht. Sonia ruft sofort an, aber auch da werden wir wieder an die Filiale verwiesen. Also wieder runter in die Filiale und die nächste Absage entgegennehmen. „Mit internationalen Geschäften haben wir nichts zu tun.“ Ich koche vor Wut. Es kann doch nicht sein, dass die Bank nicht in der Lage ist festzustellen ob von ihrem Automaten eine Transaktion durchgeführt wurde oder nicht. Armselig.</p>
<p>Der nächste Weg führt uns ins Internetcafe mit Telefonkabinen. Ich versuche die Hotline, die hinten auf der Kreditkarte steht anzurufen. Aber internationale Telefongespräche sind nicht möglich, die Mädels aus dem Laden sind ratlos. Kein Problem, dann versuche ich über Skype anzurufen, ist eh billiger. Aber auch hier wieder Probleme. Die Dame von der Hotline kann mich nicht hören, das Mikrofon funktioniert nicht, obwohl ich sie gut verstehe. Ich koche fast über vor Wut. Sonia bezahlt die Rechnung, weil ich das nicht einsehe und ich renne wütend aus dem Laden und klaue dabei noch einen Stift den ich versehentlich noch in der Hand hatte. Was jetzt? Wir fahren zu Sonias Eltern, die in der Nähe wohnen um von dort aus in Ruhe Skypen zu können. Das klappt auch. Der nette Herr der Hotline erklärt, dass meine Karte schon vor 2 Wochen gesperrt wurde, da mir vor ca. 4-6 Wochen eine neue zugeschickt wurde. In dem Schreiben stand aber auch, dass die alte Karte erst gesperrt wird, wenn die neue eingesetzt wurde. Das wurde sie natürlich nicht, wie denn auch. Da wir ständig Probleme mit den Banken hatten war das jetzt unsere einzige funktionierende Karte. Wir kommen nicht mehr an Geld. Weiterhelfen konnte der Mann der Hotline auch nicht weiter, ich soll innerhalb der Geschäftszeiten anrufen, was erst wieder Montag möglich ist. Was für ein &#8230;..traum. Wenigstens konnte er uns sagen, das der Betrag von eben nicht abgebucht wurde. Was für ein Trost.</p>
<p>Wir haben wirklich viel Glück hier, Sonia sagt sofort wir können bleiben bis die Angelegenheit geklärt ist und sie leiht uns bis dahin Geld. Das ist schonmal beruhigend. Und so langsam lässt die Röte in meinem Gesicht auch wieder nach&#8230;</p>
<p>Nachdem die Sache „erstmal“ geklärt ist, heisst es tief durchatmen und dann stürzen wir uns doch noch ins Getümmel&#8230;.</p>
<p>Als wir zurück sind haben wir Bärenhunger, das Mittagessen ist heute durch das ganze Theater ausgefallen und so kochen wir schnell ein paar Nudeln bevor wir Gabriel, Sonias Mann, vom Flughafen abholen und dann natürlich wieder die halbe Nacht durchschnacken.</p>
<p><strong>Samstag, 30.04.2011-Montag, 02.05.2011: Chia, mal Sonne mal Regen bei 15-30 Grad</strong></p>
<p>Bis auf das Problem mit dem Geld geht es uns gut. Wir erholen uns, trinken Kaffee, essen Kekse, lernen Familienmitglieder kennen, essen typisches Kolumbianisches Essen und besuchen bzw. bekommen Besuch von den lieben Nachbarn.</p>
<p>Nach ein bisschen Recherche im Internet und gemeinsamen Überlegungen mit Sonia und Gabriel sowie Mama und Eddie ist das Problem mit dem Geld auch bald gelöst.</p>
<p>Wir lassen uns Geld auf ein kolumbianisches Konto mit dem Betreff: „ Bitte nur Kokain der Klasse 1a“ überweisen, strecken die Ware dann und verkaufen das Zeug für das Doppelte weiter. Von dem Geld müssten wir dann die nächsten Wochen leben können. Oder so ähnlich.</p>
<p>Ich habe die Tage sehr genossen, Christian jucken schon wieder die Finger&#8230;. Wir müssen weiter&#8230;.</p>
<p>Also werden wir morgen wohlgenährt wieder auf unsere Fahrräder klettern und langsam immer weiter unserer Endstation entgegenradeln.</p>
<p><strong>Dienstag, 03.05.2011: Chia – Chiquincira; ohne Pause Regen bei ca. 20 Grad</strong></p>
<p>Schon beim Aufwachen regnet es. Wir packen trotzdem zusammen und hoffen das der Regen aufhört.</p>
<p>Die Stimmung ist irgendwie bedrückend, alle sind ein wenig traurig. Sonia sagt: „Der Himmel weint weil ihr fahrt“. Das ist süß. Ich könnte bleiben, aber gut, wir wollen weiter. Auf Grund der vielen Überschwemmungen und des Hochwassers und des Regens bringt uns Gabriel aus der „Gefahrenzone“ und fährt uns die Berge hoch. Vielen Dank dafür, Gabriel.</p>
<p>Dann steigen wir, ca. 12.30 Uhr, bei Regen auf die Räder und sind nach kürzester Zeit durch. Wie gewohnt. Aber schlimmer als der Regen ist der Verkehr. Viele LKW´s sind auf der Straße, die einen zusätzlich mit Dreckwasser vollspritzen. Und so geht es heute leider die ganze Zeit. Dafür ist die Straße mehr oder weniger flach. An einer Baustelle quatschen wir noch munter mit einem Bauarbeiter und bestaunen unsere neuen Kolumbien-Fahnen, ein Geschenk von Sonia und Gabriel, aber nur ein paar km weiter ist Christian seine verschwunden. Mist. Er fährt fast 5 km zurück, kann sie aber leider nicht wiederfinden. Das ist schade! Nach ca. 75 km erreichen wir Chiquincira, rollen durch den Ort und machen uns aber gleich weiter. Ca. 5 km weiter wohnt Gabriels Bruder mit seiner Familie und hier werden wir heute erwartet. Wir kommen ca. 17.30 Uhr an und werden direkt mit Kaffee versorgt. Wie immer in Kolumbien werden wir total verwöhnt und mehr als herzlich aufgenommen. Vielen vielen Dank dafür.</p>
<p>Mauricio, Gabriels Bruder, ist Englisch-Lehrer und er fragt uns ob es ok ist wenn er ein paar seiner Studenten abholt, denn sie würden sich gerne auf Englisch mit uns unterhalten. Da sind wir doch sofort dabei, obwohl es echt total schwer ist nach so vielen Tagen bzw. Wochen so schnell von Spanisch auf Englisch zu wechseln. Aber es war echt ein super netter Abend mit den beiden Mädels.</p>
<p>Und dann fallen wir müde ins Bett.</p>
<p>86 km, 330 hm, Fz: 4 Std.</p>
<p><strong>Mittwoch, 04.05.2011: Chiqiuncira-Villa de Leyva; sonnig bei ca. 20-25 Grad</strong></p>
<p>Wir stehen super früh auf, noch vor 7 Uhr. Die ganze Familie ist schon im Gange und die Kinder fertig für die Schule. Wir bekommen Frühstück, selbstgemachte Arepas con Queso und Rührei. Total lecker. Wieder sind alle, ich natürlich auch, traurig weil wir heute weiter wollen. Da unser heutiges Ziel nicht wirklich weit entfernt ist, nutzen wir die Zeit um mit Mauricio Chiqiuncira zu besichtigen. Was wir gestern garnicht gesehen haben, es gibt echt super schöne Ecken hier. Die Basilica ist super schön, selbst Johannes Paul II. war im Jahr 1986 hier. Aber wie immer fühle ich mich in Kirchen nicht wohl, Kirchen machen mich traurig.</p>
<p>Wir fahren zurück in Mauricios Haus und bekommen noch super leckeres Mittagessen, danach ist wirklich Abschiednehmen angesagt. Erst von Mariana, sie muss wieder zur Arbeit und danach drücken wir die Kinder nochmal. Es war super schön bei Euch und mit Euch. Mauricio begleitet uns noch bis in den Ort und zeigt uns den richtigen Weg. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Es ist bereits 14.15 Uhr.</p>
<p>Das Wetter ist total super, die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Die Straße ist ein wenig hügelig, aber wir kommen wieder gut voran, ausserdem ist die Landschaft mal wieder nett anzuschauen.</p>
<p>Als wir gegen 17 Uhr Villa de Leyva erreichen freuen wir uns beide über den wirklich netten Tag&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.</p>
<p>Die Station von den Bomberos ist super klein und weil gegenüber direkt ein Campingplatz ist sparen wir uns das Fragen und fahren die 3 km zurück in den Ort und checken im Hostel mit Camping ein.</p>
<p>Ich checke unsere Mails, es gibt Wi-Fi, und das traurige Ende dieses Tages nimmt seinen Lauf.</p>
<p>Nach einer Mail von meiner Mama weiß ich sofort, dass was schlimmes passiert ist. In Deutschland ist es 2 Uhr morgens, aber ich muss telefonieren. Mutti, nein, nicht mitten in der Nacht, aber meinen Bruder Olli kann ich wecken . Und jetzt fehlen mir die Worte und ich weiß nicht wie es die nächsten Tage weitergeht. Heute ist meine Oma gestorben, ich werde sie in 4 Wochen nicht wiedersehen. Nie wieder. Ich bin einfach nur unendlich traurig.</p>
<p>62 km, 500hm, Fz: 3:20 Std.</p>
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		<title>Kolumbien II: Cali &#8211; Bogota &#8211; Chia</title>
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		<pubDate>Thu, 05 May 2011 18:42:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Dienstag, 19.04.2011: Cali; schwül warm und später Regen bei 25-30 Grad Den Tag wollen wir noch abwarten und dann morgen endlich wieder in die Pedale treten. Die grässliche Innenstadt wollen wir uns nicht gönnen. Also bleiben wir im ruhigen Süden der Stadt und gehen zu Fuss in ein Einkaufszentrum. Zuerst noch auf einen Kaffee und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dienstag, 19.04.2011: Cali; schwül warm und später Regen bei 25-30 Grad</strong></p>
<p>Den Tag wollen wir noch abwarten und dann morgen endlich wieder in die Pedale treten.</p>
<p>Die grässliche Innenstadt wollen wir uns nicht gönnen. Also bleiben wir im ruhigen Süden der Stadt und gehen zu Fuss in ein Einkaufszentrum. Zuerst noch auf einen Kaffee und leckere Kekse in unsere neue „Lieblingspanaderia“, die wir gestern ausfindig gemacht haben.<span id="more-469"></span> Die Kurzbeschreibung vom Shopping-Center:1.  eigentlich wie zu Hause in Deutschland mit vielen teuren Geschäften, 2. Intenet auf einer Plaza (gratis WIFI-Zone) was wir auch ausgiebig nutzen, 3. Fressmeile mit wie in Deutschland zu völlig überhöhten Preisen, 4. es gibt auffallend viele Frauen mit <strong>untertrieben</strong> gesagt üppiger Oberweite, ebenso mit Po-Vergrösserungen was mir absolut neu ist (das ist hier sehr verbreitet wie mir Hernan später berichtet).</p>
<p>Nach zahlreichen Stunden in diesem Center treibt uns die Langeweile am Nachmittag wieder zurück, wo wir den restlichen Tag zusammen mit Hernan verbringen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mittwoch, 20.04.2011: Cali &#8211; Tulua; schwül warm und später Regen bei 25-30 Grad</strong></p>
<p>Nach einem letzten Kaffee und Abschiedskeksen in unserer Panaderia stürzen wir uns voller Elan in den Stadtverkehr. Wir müssen die ganze 2 Millionen-Stadt von Süden bis in den Norden durchqueren. Zum Glück verkraften wir dies ganz gut und sind relativ schnell raus aus der Stadt.</p>
<p>Ausserhalb der Stadt sind die Ausmasse der verheerenden Niederschläge der letzten Wochen noch erkennbar. Die Flüsse stehen auf Höchstpegel und die liegen nur knapp unterhalb der Brücken. Zwar ist in Kolumbien eben Regenzeit, jedoch sind diese Ausmasse unnormal. Auf unserer netten Busfahrt von Pasto nach Popayan in der letzten Woche waren die Strassen an vielen Stellen durch Erdrutsche teilweise verschüttet und nur einseitig passierbar.</p>
<p>Wir fahren ein Stück an der Panamericana auf einen wunderbaren Radweg . Als wir kurz darauf einen Polizeiposten nach dem Weg in Richtung Tulua fragen, werden wir ersteinmal mit Handschlag begrüsst und willkommen geheissen und nach der Wegweisung natürlich entsprechend verabschiedet.</p>
<p>Dann später auf der Landstrasse überholt uns ein Moped und der Fahrer fragt: „Christian und Jennie?“. Nicht zu fassen!! Es ist Fernando, unser „Warmshowers-Gastgeber“ für die nächste Nacht in Tulua. So ein Zufall!  Er erklärt uns den Weg in Tulua zu seinem Haus, vorher müssen wir aber noch mindestens 60km radeln.</p>
<p>Die Strecke ist heute absolut flach, es geht vorbei an fast ausschliesslich Rohrzucker- und Maisplantagen. Es ist angenehm wenig Verkehr, was auf die „Semana Santa“ (Osterwoche) zurückzuführen ist. So kommen wir am frühen Nachmittag in Tulua. Fernando uns seine Frau Patricia kommen kurze Zeit später, bis dahin werden wir von Patricias Schwester mit selbstgemachten Saft verköstigt. Später wimmelt es im ganzen Haus von Leuten, wir sitzen nett zusammen und lachen uns alle über uns selbst kaputt. Im ganzen Haus herrscht eine gewisse Art von Hektik und jede Menge Spass und Witz. Da Fernando und Patricia sich demnächst auch auf Radreise in Südamerika begeben, gibt es richtig viel zu erzählen und wir müssen jede Menge Fotos zeigen, um die Reiselust der beiden noch weiter zu steigern.</p>
<p>111km, 5:00h, 300hm</p>
<p><strong>Donnerstag, 21.04.2011: Tulua &#8211; Calarca; schwül warm und später Regen bei 25-30 Grad</strong></p>
<p>Nach dem Frühstück mit Kaffee, Fruchtsalat, Pfannkuchen und Spiegelei fangen wir an, die Sachen zu packen. Gern wären wir noch geblieben, aber durch die „Zahnpause“ wollen wir nicht schon nach dem ersten Radeltag einen Ruhetag einlegen. Schade eigentlich, da hier alle Leute wieder so supernett sind. Zumindest kommen wir mal wieder relativ spät los und Fernando und Patricia begleiten uns noch ein Stück. Bis sie uns verabschieden.</p>
<p>Heute fahren wir ausschliesslich auf der Panamericana. Wieder ist der Verkehr erträglich und zu unserer Freude sind zahlreiche Radler unterwegs, vorwiegend mit Rennrädern. Es wird fleissig gegrüsst ebenso wird aus Autos und von Motorrädern gewunken, gehupt und gerufen. Auch dieses Land und die Menschen werden uns immer sympatischer.</p>
<p>Wieder ist es heiss und schwül – aber noch erträglich zum radeln. Im Unterschied zu gestern wechselt der Anbau auf vorwiegend Bananen- und hin und wieder Papaya-Plantagen. Sonst gehts weiter durch das Tal um die 1.000m Höhe.mit kleinen Anstiegen auf und ab.</p>
<p>Als wir kurz vor Armenia, unserem eigentlichen Tagesziel, sind  &#8211; ändern wir kurzerhand unseren Plan und fahren noch ein Stückchen weiter bis nach Calarca. Heute sind wir leider etwas zu spät dran und so erwischt uns das Abendgewitter voll. Auf den Strassen steht das Wasser und wir müssen aufpassen, dass uns die Wasserfontänen der vorbeifahrenden Autos nicht noch den Rest geben. Klitschnass stehen wir am frühen Abend bei den Bomberos und haben das Glück bleiben zu können.</p>
<p>Auch hier sind die Jungs neugierig uns wir müssen zum 1.000ten Mal unsere Geschichte erzählren, was natürlich nur zu gern machen. Am Abend gehen wir noch kurz auf die Plaza, die gleich um die Ecke liegt und sind froh, dass wir noch bis hierher gefahren sind. Calarca scheint ein nettes und ruhiges Örtchen zu sein. Noch spät am Abend führt an unserem Fenster ein Osterumzug mit Laternen und Musikbegleitung vorbei.</p>
<p>103km , 5:35h , 1.155hm</p>
<p><strong>Freitag, 22.04.2011: Calarca &#8211; Ibague; wechselhaft (bedeckt und Regen) bei 10-25 Grad</strong></p>
<p>Als wir uns verabschieden wollen kommen wir noch in ein langes Gespräch mit dem Chef der Bomberos. Er fragt warum wir nicht noch eine Nacht bleiben wollten, da ja heute die Feierlichkeiten zum Karfreitag sind. Wieder müssen wir ablehnen, wie gestern schon.</p>
<p>Heute geht es einen der berüchtigsten Bergpässe Kolumbiens hoch – „La Linea“. Und gleich am Ortsausgang kommt es schon ganz dicke. Immer steil bergauf , von Anfang an im kleinsten Gang. Nach einer Weile gesellt sich Diarro zu uns, er ist mit dem Mountainbike unterwegs und hat natürlich einige Kilogramm weniger zu bewegen. Wir kommen ins Gespräch und so kommt es, dass er bis zur Passhöhe mit uns mitfährt. Ein sehr angenehmer Typ, durch die Gespräche werden wir gut vom endlosen Anstieg abgelenkt. Nach knapp 4 Stunden sind wir bei einsetzendem Regen endlich an der Passhöhe angekommen: auf 22km permanenten Anstieg haben wir knapp 1.700Höhenmeter erklommen.</p>
<p>Wir verabschieden uns von Diarro und runter gehts auf der anderen Seite in Richtung Ibague. Das heisst wirklich alles wieder runter bei mal wieder sehr wechselhaftem Wetter. Völlig durchnässt halten wir nach ca. 50km in Cajamarca, wo wir kurz mal im Trockenen sitzen wollen – natürlich bei Kaffee und Keksen, unsere Standardnahrung in Kolumbien. Erschrocken stellen wir fest, dass es schon 16.00Uhr ist und es bis Ibague noch ca. 40km sein sollen. Und ab ca. 18.00Uhr dämmert es!</p>
<p>Dann beginnt die Hatz, da wir relativ wenig Lust darauf haben, in einer Grossstadt mit ein paar 100.000Einwohnern im Dunkeln anzukommen. Nicht dass es schon genug Kilometer sind, nein es kommen noch ein paar ordentliche Anstiege. Bei einbrechender Dämmerung erreichen wir den Ortseingang. Wir versuchen bei unserem Warmshowers-Gastgeber anzurufen, was uns leider nicht gelingt. So bleibt uns mal wieder die allseits beliebte Alternative bei den Bomberos. Wir streifen im mittlerweile Dunkeln durch die Stadt und erreichen trotzdem wohlbehalten die Wache, wo man uns mit offenen Armen und heisser Schokolade und Brot empfängt.</p>
<p>Natürlich hat es beim Erreichen der Stadt noch einmal angefangen, ordentlich zu schütten, so dass wir mal wieder wirklich alles klitschnass ist. Die Schuhe sind schon den zweiten Tag nicht trocken geworden.</p>
<p>Abends sitzen wir noch lange mit den Leuten zusammen, die alle sehr neugierig sind und uns noch Tipps für die weitere Tourenplanung geben, wofür wir natürlich immer sehr dankbar sind. Obwohl wir heute eine richtige Hammeretappe mit über 2.000Höhenmetern zu bewältigen hatten fühlen wir uns richtig gut.</p>
<p>85km , 7:05h , 2.210hm</p>
<p><strong>Samstag, 23.04.2011: Ibague &#8211; Melgar; sonnig , am Abend sehr schwül  bei 22-35 Grad</strong></p>
<p>Auch bei diesen netten Bomberos verquatschen wir uns aber heute soll es keine harte Etappe werden. Und es geht bergab. Die Kilometer spulen wir nur so ab. Gestern Mittag waren wir auf der La Linea auf über 3.300m Höhe, in Ibague starten wir auf ca. 1.300m und an unserem Etappenziel, Melgar, liegen wir auf ca. 300m. Un dieser Höhenunterschied macht eine Temperaturerhöhung von 10Grad bei Nebel auf sehr, sehr schwüle 35Grad aus.</p>
<p>Dieses Melgar haben wir als heutiges Ziel ausgesucht, weil es uns von den Bomberos als sehr schön, wenn auch sehr touristisch , angepriesen wurde. Es ist hier tropisch heiss und es gibt unendlich viele Schwimmbäder. Besonders bei den Leuten aus Bogota ist der Ort sehr beliebt, da man innerhalb von 1 (Auto)Stunde aus dem hochgelegenen Bogota hier ist.</p>
<p>Unser Eindruck von Melgar ist leider anders. Für uns ist Melgar ein brütendheisses, mieses und schäbiges Dorf  (obwohl fast 30.000Einwohner nur ein Dorf), welches völlig überlaufen ist. Völlig unverständlich ist für uns, dass man hier sogar noch Urlaub machen kann. Die Menschen sind unfreundlich, das einzige was hier zählt ist Geld..</p>
<p>Positiv für uns ist, dass wir bei den Bomberos nicht abgewiesen werden. Wir können zelten, aber nicht im Feuerwehrgebäude. Es gibt nämlich keines, sondern nur eine kleine Baracke, obwohl hier zahlreiche Bomberos sind. Für ein ordentliches Gebäude scheint hier kein Geld da zusein. Unser Platz ist zwar alles andere als idyllisch, aber er ist sicher.</p>
<p>Auch hier sind die Bomberos aber sehr nett und wieder neugierig.</p>
<p>Abends schmoren wir völlig durchgeschwitzt in der Abendhitze und hoffen auf schönere Orte bei angenehmeren Klima.</p>
<p>89Km ,3:55 h , 310 hm</p>
<p><strong>Sonntag, 24.04.2011: Melgar – Silvania ; drückend heiss, am Nachmittag sonnig bei 20 &#8211; 35 Grad</strong></p>
<p>Nachts hat es zum Glück nur ein wenig genieselt. Die erste Nacht ohne Dauerregen seit Tagen übrigens. Dies kommt unserem Zelt auch zugute. Natürlich ist es am frühen Morgen schon unerträglich heiss und drückend. Schnell frühstücken und bloss weg hier!</p>
<p>Im Ort herrscht das pure Verkehrchaos – es ist die Rückreisewelle von den Osterferien. Uns kommt es vor, als wären in der letzten Woche von den geschätzten 8Millionen Einwohnern mindestens 7,9Millionen unterwegs gewesen. Der Verkehr wird von der Polizei so geregelt, dass für einen bestimmten Zeitraum jeweils eine Fahrtrichtung komplett gesperrt wird und die freie Fahrtrichtung alle Strassenspuren nutzt. Scheinbar funktioniert dieses Verkehrskonzept.Uns als Radler betrifft dieser Stau und irgendwelche Sperren natürlich nicht und so schlängeln wir uns durch die Blechlawinen. Trotzdem ist die Stimmung unter den Autofahrern gut und es wird uns von allen Seiten zugewunken oder es wird gehupt. Nach ein paar Kilometern bergauf werden wir von der Polizei vor einem Tunnel angehalten. „Für Fahrräder gesperrt, aber ruhig bleiben, es kommt ein Auto für Euch, welches Euch durch den Tunnel bringt.“ Und Minuten später sitzen wir in einem Abschleppwagen, die Räder hinten drauf und werden ganz entspannt durch die über 4km langen Tunnel gefahren. Dieser ist übrigens nagelneu und wurde erst vor ein paar Tagen pünktlich zu Beginn der Osterferien eröffnet.</p>
<p>Dann kämpfen wir uns bei brutaler Hitze die Berge rauf, in der Hoffnung bald wieder irgendwo auf Höhe zu sein. Bei dieser Hitze ist das bergaufradeln mit den bepackten Rädern wahrlich kein Zuckerschlecken.</p>
<p>Als wir irgendwo mal wieder Trinkpause an einem Strassenrestaurant machen gesellen sich Ernesto und seine Freundin, beide ausBogota, auf ein Gespräch zu uns. Nachdem sie sich verabschiedet haben treffen wir die beiden nach wenigen 100Metern an einem Verkaufsstand für Wassermelonen wieder, wo sie uns schon mit Melonenstücken erwarten. Die Freundlichkeit der Menschen begeistert uns immer wieder aufs Neue. Am Nachmittag irgendwo hält das Auto einer Familie neben uns und wir werden erst einmal mit Mangos versorgt und  müssen natürlich mal wieder unsere Story erzählen und für Fotos mit den Kindern herhalten. Die beiden Jungs sind neugierig, sie wollen alles wissen. „Was ist das? , Wozu ist das hier? Was ist in den Taschen drin?“ usw. Solche Begegnungen mögen wir. Das macht Spass, besonders an solch anstrengenden Tagen. Am späten Nachmittag erreichen wir Silvania, ein kleines verträumtes Städtchen an der Autopista – und in keinem Vergleich zu Melgar stehend. Leider ist hier die Feuerwehr noch kleiner, so dass hier nichts mit Unterkunft zu machen ist. So suchen wir uns ein Hotel – einfache Sache, da es nur 2 Hotels im Ort gibt. Die verlangten 40.000Ps können wir zwar auf 30.000Ps runterfeilschen, obwohl das immer noch zu teuer ist. Aber wir haben eine Dusche, wenn auch mal wieder nur mit Kaltwasser, was aber hier in Kolumbien eigentlich die Regel ist. Und wir können waschen (zwar von Hand) und dürfen auf dem Innenhof kochen, obwohl zum Hotel ein Restaurant gehört. Am Abend schlendern wir noch ein wenig durch dieses absolut friedliche und ursprüngliches Örtchen. Uns gefällt es hier, die Menschen sind freundlich, das Klima viel angenehmer und die Preise sind nicht versaut. Eigentlich ein guter Platz zum pausieren – aber schon morgen wollen wir ja nach Bogota radeln und dort uns eine Pause gönnen.</p>
<p>50Km ,4:15 h , 1.340hm</p>
<p><strong>Montag, 25.04.2011: Silvania &#8211; Bogota; wechselhaft (bedeckt und Regen),  später trocken  bei 15-25 Grad</strong></p>
<p>Da wir heute bis nach Bogota nicht so viel und so hoch zu radeln haben, lassen wir uns im Hotel Zeit. Und die brauchen wir für die Chefin zum Erzählen. Später beschenkt sie und noch mit kleinen Souvenirs zur Verabschiedung. Da wir hier schon relativ hoch liegen in Silvania ist es hier nicht mehr so drückend wie gestern Morgen. Trotzdem liegen und die Anstrengungen der letzten Tage seit dem Start in Cali in den Knochen. Als wir bei einsetzendem Regen uns zum Mittag an einer Tankstelle unterstellen wollen, lädt uns der Tankwart in den Aufenthaltsraum ein. Auch an der Kaffeemaschine dürfen wir uns bedienen. Wow, eine tolle Sache für uns, da wir hier den Regen gut aussitzen können. Dann auf den letzten Kilometern vor Bogota gibt es einen ständigen Wechseln zwischen Regen und nicht Regen. Im letzen Ort vor Bogota, in Soacho, kommt es noch einmal ganz Dicke. Ein chaotisches, dreckiges und ziemlich heruntergekommenes Städtchen, wo wir uns durch den Verkehr auf teils schlammigen und staubingen Strassen , vorbei an versüfften Autowerkstätten und Schrottplätzen wühlen müssen.</p>
<p>Schon leicht panisch mache ich mir Gedanken, ob es uns in Bogota noch krasser erwischt als hier.</p>
<p>Bogota eigentlich eine riesige Stadt ist beim Reinfahren nicht als solche erkennbar. Zuerst auf der Autopista, später auf 1A-Radwegen fahren wir in Richtung Zentrum. Es ist alles andere als chaotisch. Alles verläuft geordnet und es wird wenig gehupt. Wir erfragen und den Weg in Zentrum und erreichen dieses auch ohne jegliche Probleme.</p>
<p>Zwar haben wir versucht, bei Warmshowers.com eine Unterkunft bei anderen Radlern zu finden – hatten bei 6 angeschriebenen leider keinen Erfolg. So müssen wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft machen Wir wollen bis in das historische Zentrum, wo es auch Bomberos geben soll. Diese finden wir auch, aber leider keinen Platz zum schlafen. So fragen wir im ersten Hostel nach – oh Gott ein Partyhostel! Da werden böse Erinnerung an unser Partyhostel in Mendozza (Argentinien) wach, wo wir nachts fast Amok gelaufen waren. Die Hosteltante empfielt uns ein nahegelegenes ruhigeres Hostel, was wir aufgrund einsetzender Dämmerung alsbald aufsuchen und wo wir auch bleiben.  Für 40.000Ps (ca. 16Euro) zwar – aber es gibt eine Küche, Internet , sogar Frühstück und  eine Dusche mit lauwarmen Wasser. Alles so lala, aber jetzt auf über 2.500m Höhe ist es am Abend schon empfindlich kalt und eine heisse Dusche wäre angenehm.</p>
<p>Am Abend gehen wir noch einmal kurz raus, um die nähere Umgebung zu erkunden. Hier gibt es auch ein Univiertel und einen dementsprechend hohen Anteil an Studenten und somit viele urige Kneipen und Cafes usw.</p>
<p>63 Km , 5:40 h , 1.540hm</p>
<p><strong>Dienstag, 26.04.2011: Bogota; sonnig bei 20-25 Grad</strong></p>
<p>So richtig begeistert über unser Zimmer , vor allem unser Bett, sind wir am Morgen nicht. Ich gebe zu, dass ich selbst auf meiner kaputten Isomatte um einiges bequemer liege als auf dieser miesen Pritsche. So sind wir schon früh auf,und da es bis zum angepriesenen Frühstück noch ein Stündchen dauern soll, haben wir genug Zeit ,das sonst wirklich tolle Hostel näher zu erkunden. Toll gemacht – viele Fotos vom alten Bogota hängen an der Wand, dazu noch ein wenig Kunstkram, hier eine Skulptur, da ein Bild oder etwas Grünes. Sogar ein Plakat für ein Konzert von Ozzy Ozzburne hängt an der Wand. Das Konzert war hier in Bogota in der letzten Woche. Dass dieses Wrack von einem Menschen überhaupt noch in der Lage ist, bis hierher zu reisen, geschweige  denn ein Konzert zu geben, davor ziehe ich meinen Hut. Aber sich ein Konzert mit diesem Herrn, welcher sich zeitlupenschnell und wildes Zeug schwafelnd über die Bühne schleicht, anzuschauen – davor habe ich Respekt!!</p>
<p>Nun ja,als uns dann nach langer Vorbereitungszeit das achso herbeigesehnte Frühstück serviert wird, müssen wir uns das Lachen doch arg verkneifen. Rührei und 2 Scheiben Toast – wobei das Rührei aber gerade einmal mit viel Gedrücke und Geschmiere mit Ach und Krach eine Toastscheibe bedecken kann. So bleibt uns nichts anderes übrig, als die andere Scheibe trocken zu essen.</p>
<p>Wir fassen zusammen: Dusche kalt, Bett bretterhart, Frühstück ein Witz –also packen und weg hier. Nach einigen hin und her in einigen anderen Hostels werden wir fündig und ziehen um. Frühstück ist auch wieder inklusive, wie bei allen anderen Hostels, wir sind schon ganz gespannt auf Morgen früh!</p>
<p>Wir fahren mit den Rädern bis in den Norden der Stadt, welcher das absolute Gegenteil zum historischen Zentrum ist. Hier ist alles supermodern und hier sind die Einkaufszentren und vielleicht wird man hier bei der Suche nach einem neuen Zelt fündig. In den Norden hoch, das heisst für uns 16km hin und 16km zurück durch den kompletten Stadtverkehr. Das richtige Zelt finden wir nicht, aber ein Outdoorgeschäft, wo wir einige deutsche Marken finden wie Ortlieb-Packtaschen, das Vaude-Sortiment usw., was uns absolut begeistert.</p>
<p>Bei der Rückfahrt zum Hostel verfransen wir uns ein wenig und durchqueren ein für und etwas heruntergekommenes Viertel.Zum Glück finden wir auch hier wieder heraus und erreichen wohlbehalten unser Hostel.</p>
<p>32 Km, 2:25 h , 160 hm</p>
<p><strong>Mittwoch, 27.04.2011: Bogota &#8211; Chia; sonnig,  bei 20-25 Grad</strong></p>
<p>Das Hostel ist eindeutig besser! Voller Vorfreude warten wir auf das Frühstück. Auch dieses braucht wieder wie gestern relativ lange. Und es soll uns wieder vom Hocker hauen: Rührei, mit Croisson und einem winzigen Klecks Butter und einem noch winzigeren Klecks Marmelade. Das alles muss für ein Foto herhalten. Mit der Marmelade kann man gerade einmal 1cm² Fläche auf dem Brot verschmieren!</p>
<p>Wir packen alles zusammen, machen die Räder fertig und gehen zu Fuss in die Stadt, noch einmal frühstücken und erkunden einige wirklich sehenswerte Plätze, Gebäude usw. Das Centro hat zwar nicht die Grösse wie die historischen Vierteln wie z.B. denen in Quito oder Cusco , aber ist mindestens genauso schön und interessant. Wir sind begeistert von Bogota. Es ist sauber, man fühlt sich sicher, eine Stadt die man sich nicht entgehen lassen sollte.</p>
<p>Dann machen wir uns auf den Weg wieder in Richtung Norden, aber raus aus der Stadt bis nach Chia. Hier haben wir bei Warmshowers eine Übernachtungsmöglichkeit bei Sonja und Gabriel gefunden. Wir kommen gut durch und sind nach 2Stunden raus aus der Stadt. Was uns aber noch bevorsteht ist ein Anstieg hoch zum Haus der beiden von über 3km Länge und letztendlich ca. 400m Höhenunterschied, so steil ,dass wir den grössten Teil schieben müssen. Wir sind fix und fertig. Erfreulich jedoch ist, dass wir uns in einer richtig guten Wohngegend mit einer tollen Panoramaaussichtbefinden. Ein Sicherheitsdienst lässt uns passieren und wir stehen in einer Wohnanlage mit riesigen Wohnhäusern auf noch riesigeren Grundstücken mit einer tollen Aussicht. Sonja erwartet uns schon. Im Hause der beiden dürfen wir uns ein Zimmer aussuchen und kurze Zeit später stehen wir unter einer Dusche – mit richtig heissem Wasser. So ein bischen Luxus tut auch mal ganz gut! Am frühen Abend fahren wir mit Sonja zu den Nachbarn – Paul ein Deutscher, der schon seit über 40Jahren in Kolumbien lebt und seiner Frau Cecilia..</p>
<p>Es wird ein richtig netter Abend mit viel leckerem Rotwein für uns, etwas zu viel wie sich am nächsten Morgen herausstellen wird&#8230;</p>
<p>42km , 3:30h , 400hm</p>
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		<title>Kolumbien I: Tulcan (Ecuador) &#8211; Ipiales &#8211; Cali</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 18:45:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jennie</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sonntag, 10.04.2011: Tulcan – Ipiales &#8211; Pedregal, anfangs sonnig später Regen bei 15- 25 Grad</strong></p>
<p>Da das einzig wirklich interessante an Tulcan, neben der Feuerwehr, der Friedhof ist, und wir gestern keine Kamera dabei hatten, mussten wir heute nochmal hin, bevor es endlich über die Grenze nach Kolumbien geht. Ich warte mit den Rädern vor dem Eingang, Christian geht „schnell“ Fotos schießen. Natürlich dauert es wieder länger. <span id="more-460"></span>Eine ganze Gruppe Kolumbianer sind mal wieder mehr als begeistert von Christian, im Besonderen von seiner Größe, und bitten um Fotos. Viel zu spät machen wir uns also auf den Weg zur Kolumbianischen Grenze. Dafür geht dort alles mehr als schnell, sowohl in Ecuador als auch auf der Kolumbianischen Seite sind keine Schlangen, und so haben wir innerhalb weniger Minuten beide Stempel im Pass. Danke Ecuador und ein ehrfürchtiges Hallo für Kolumbien. Aber schon der erste Polizist schwärmt von der Schönheit seines Landes, besonders Cali hat es ihm angetan. Klar, er ist aus Cali. :-). Aber davon werden wir uns selbst überzeugen. Die erste Stadt kurz hinter der Grenze, Ipiales, überzeugt jedoch nicht. Wir suchen Ewigkeiten nach einer Bude fürs Mittagessen und ärgern uns hinterher wieder selber. Selber Kochen ist günstiger und schmeckt besser. Aber wie immer an diesen Tagen an denen wir nicht gleich morgens loskommen, es rollt sich einfach nicht ein. Nach 4 bergigen Wochen in Ecuador ist irgendwie die Luft raus. Wir schleppen uns von Ort zu Ort und kommen trotz tendenziell eher abfallenden Straßen nicht voran. Ein Kolumbianer gibt uns den Tipp lieber in Pedregal als in Tangua (unserem eigentlichen Ziel) zu übernachten, da Pedregal im Tal liegt und somit das Wetter dort angenehmer ist. Ich find die Idee klasse. In Pilgual kurz vor Pedregal halten wir, weil wir uns die Ortsnamen nicht merken können und denken das wir am Ziel sind. In der Schule ist niemand, Feuerwehr gibts hier nicht, aber eine Familie sagt man könne ohne Probleme vor der Kirche das Zelt aufschlagen. Wir gucken zur Kirche, sehen hier aber keine Möglichkeit zum Zelten, da ja Gepäck und Räder für jedermann griffbereit rumstehen würden. Jetzt fängt es auch noch an zu Regnen, und wir stellen uns erstmal an der Kirche unter und sind ratlos. Was nun? Wohin? Und wie aus heiterem Himmel kommt eine Frau auf uns zu und fragt ob wir eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Aber so richtig weiß sie hier auch nicht weiter, dafür rät sie uns noch ca. 5 km weiter nach Pedregal zu fahren, denn dort gibt es Hotels und es ist um einiges größer. Uns fällt es wie Schuppen von den Augen, klar, Pedregal, da wollten wir von Anfang an hin, jetzt aber nichts wie los, und so schaffen wir es im Regen aber noch kurz vor Einbruch der Dunkelheit nach Pedregal. Dort angekommen fahren wir zur Kirche, aber es ist kein „Padre“ da, dann fragen wir bei der Polizei, aber auch die wollen uns nicht und so bleibt uns heute nichts anderes übrig als ein Hotelzimmer zu nehmen. Im Grunde ist es das einzige Hotel im Ort und das Zimmer ist super witzig, denn das Bad hat keine Tür, was aber eh keinen Unterschied macht, da die Wände nicht bis zur Decke gehen und man eh darüber in den Rest des Raumes gucken kann. Aber ich bin total froh, denn es ist wirklich total sauber hier, und das ist das wichtigste. Nachdem Christian 3x nach Warmwasser gefragt hat, glaubt er endlich das es nur kaltes Wasser gibt, und so gibt es durchgefroren vom Regen zum Abschluss des Tages eine ordentlich kalte Dusche. Am Abend bin ich einfach nur platt, noch dazu macht mein Zahn wieder Probleme und so schlafe ich super früh ein.</p>
<p>60km, 500 hm, Fz: 3.35 Std.</p>
<p><strong>Montag, 11.04.2011: Pedregal &#8211; Pasto, sonnig und später Regen bei 10 &#8211; 30 Grad</strong></p>
<p>Wir schlafen bis 7.30 Uhr und weil sich die Sonne blicken lässt nutzen wir die Zeit um unsere Wäsche auf dem Dach zu trocknen. Wir starten gegen 10 Uhr Richtung Pasto, ich mit dicker Wange und einer Dosis Ibuprofeno. Nach nur 1 km bergab wartet ein 27 km langer Anstieg mit 1.400 hm am Stück auf uns. Aber das kennen wir ja mittlerweile, die Anden halt. Im Gegensatz zu gestern rollt es sich heute richtig gut ein. Die Steigung ist mit 5 % mehr als angenehm und so kommen wir gut voran. Nach ca. 15 km und mehr als 700 hm erreichen wir Tangua, unser gestriges Ziel und ich bin mehr als froh heute erst hier zu sein. Wir trinken, dopen mit Banane und winden uns weiter den Berg hinauf. Nach weiteren 5 km gibts ein Stück Kuchen und dann gehts die restlichen Kilometer hinauf auf wieder mehr als 3.000m Höhe. Natürlich fängt es pünktlich kurz vor dem Pass an zu regnen und so rauschen wir mit einer ordentlichen Dusche die letzten Kilometer nach Pasto hinab. Pünktlich 15 Uhr belohnen wir uns in einer Bäckerei mit Kaffee, natürlich Kolumbianischem, und Keksen. Mittlerweile hat es glücklicherweise wieder zu Regnen aufgehört und so machen wir uns auf den Weg zu einem ganz bestimmten Radladen, wir haben die Adresse unterwegs von anderen Radfahrern bekommen und hoffen dort ein paar spezielle Sachen zu finden. Nachdem uns die Logik mit den Straßen und Straßennummern erklärt wurde, finden wir den Laden auch relativ schnell. Auf den ersten Blick ist nichts zu finden, aber wer genauer schaut, der findet auch. Der Besitzer ist super nett und gibt uns noch eine Menge hilfreicher Tipps für die weitere Planung. Außerdem finden wir ein paar ergonomische Griffe, die wir uns teilen sowie Bremsbeläge für Christians Keramikfelge und lassen uns noch ein paar andere billige weiche Griffe für die andere Seite und für jeden ein Powergel schenken.Noch schnell ein Foto für alle zum Abschied und die Frage nach der Feuerwehr, und dann bekommen wir tatsächlich einen Guide, der uns direkt bis zu den Bomberos begleitet. Das nenn ich guten Service. Die Bomberos empfangen uns mit offenen Armen, zeigen uns Küche und warme! Dusche und wir können unser Zelt im Saal aufstellen. Alle hier sind super freundlich und total interessiert, Kolumbianer halt. Ich bin super froh den Anstieg ohne Probleme geschafft zu haben und fühle mich um Welten besser als gestern.</p>
<p>45km, 1.430hm, Fz: 4.25 Std.</p>
<p><strong>Dienstag, 12.04.2011: Pasto, sonnig bei ca. 25 Grad, abends Regen</strong></p>
<p>Aufstehen um 7.30 Uhr und schnell zusammenpacken, denn wer weiß wann der Saal belegt wird. Und tatsächlich, noch während des Frühstücks kommen die ersten Leute fürs erste Event im Saal. Um 8 Uhr. Wahnsinn. Nachdem die Räder startklar sind gehts nochmal zu Fuß in die Stadt und weil wir ein wenig rumtrödeln und es anfängt zu regnen, und mein Zahn wieder weh tut beschließen wir noch eine Nacht zu bleiben. Auf unsere Frage ob wir noch eine Nacht bleiben können weil ich Zahnschmerzen habe bekommen wir die Antwort: „Macht mal ruhig, ihr könnt auch eine Woche bleiben!“. Das ist nett. Wir besichtigen die Stadt, trinken kolumbianischen Kaffee mit Kuchen und lassen es uns gut gehen. Als wir zurück zu den Bomberos gehen stehen noch 2 Räder im Hof. Ein argentinisches Pärchen, das wir kurz darauf kennenlernen. Die beiden sind total nett und so sitzen wir abends nett zusammen und quatschen und tauschen Erlebnisse aus. Nur mein Zahn macht mir Probleme.</p>
<p><strong>Mittwoch, 13.04.2011: Pasto, sonnig, später Regen bei ca. 25 Grad</strong></p>
<p>Aus der Traum! Die Durchquerung Kolumbiens solo in Bici ist nicht mehr realisierbar. Ich habe die ganze Nacht wachgelegen, höchstens 1 Std. geschlafen und könnte vor Schmerzen an die Decke gehen. Meine Wange ist total geschwollen.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-462" href="http://www.peters-unterwegs.de/kolumbien-i-tulcan-ecuador-ipiales-cali/resized_img_5976/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-462" title="resized_IMG_5976" src="http://www.peters-unterwegs.de/wp-content/uploads/2011/04/resized_IMG_5976-350x262.jpg" alt="" width="350" height="262" /></a></p>
<p>Nachdem Christian gefrühstückt hat machen wir uns auf den Weg zum Zahnarzt, die Argentinier im Schlepptau zum Übersetzen. Nach ca. 30 Min. bin ich an der Reihe. Wie immer sieht der Zahn von aussen gut aus. Dann also zum Röntgen und der Zahnarzt sieht gleich, die Füllung drückt auf den Nerv und die Entzündung strahlt bis in die Wange. Das glaub ich sofort. Die Lösung: 5 Tage Antibiotika und dann die Füllung raus und neu oder den Zahn ziehen. Ich wähle die Alternative mit dem Antibiotika und hoffe das ich die nächsten Wochen bis zu Hause damit hinkomme. Nach 1x Schmerztablette und 1x Antibiotika geht es mir jedoch am Mittag noch sehr viel schlechter als am Morgen. Ich könnte heulen vor Schmerzen und bin ein Häufchen Elend. Einer der Bomberos, wir hatten mit ihm gestern schon erzählt, sieht wie ich leide und kommt kurzerhand mit einer Zahnarztstudentin. Die liebe nimmt sich meiner an, stellt fest das die Schmerztabletten nichts taugen und ist sicher, dass die Wange geöffnet werden muss. Ich vertraue ihr total und würde gerade alles mit mir machen lassen. Sie besorgt mir stärkere Tabletten und macht mir einen Termin für eine kleine OP, leider erst morgen Nachmittag. Im ersten Moment bin ich ziemlich verzweifelt, wie soll ich die Nacht überstehen? Wie den Tag morgen? Aber dann fängt die Tablette an zu wirken und die Schmerzen werden erträglich. Am Abend krieche ich trotz Event im Saal ins Zelt und bin froh das ich wider Erwarten einschlafen kann.</p>
<p><strong>Donnerstag, 14.04.2011: Pasto , sonnig bei 25 Grad </strong></p>
<p>Ich wache auf, kurz vor 4 Uhr, die Wange ist dick, tut weh und ich habe Angst nicht mehr einschlafen zu können, aber als ich das nächste Mal die Augen öffne ist es bereits 6.30 Uhr und die Nacht ist vorbei. Schon jetzt geht es mir besser, schon allein weil ich schlafen konnte, aber ich fiebere der OP entgegen. Nicht das ich mich freue, nein, ich habe Angst ohne Ende aber die große Hoffnung das es endlich wieder besser wird.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-463" href="http://www.peters-unterwegs.de/kolumbien-i-tulcan-ecuador-ipiales-cali/resized_img_5985/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-463" title="resized_IMG_5985" src="http://www.peters-unterwegs.de/wp-content/uploads/2011/04/resized_IMG_5985-350x262.jpg" alt="" width="350" height="262" /></a></p>
<p>Weil der Saal pausenlos belegt ist flüchten wir in die Stadt, ins Café, und vertreiben uns die Zeit. Pünktlich 16 Uhr werden wir mit einem Auto der Feuerwehr zur Klinik gefahren, wo die Studentin von gestern schon auf uns wartet. Zahnarzt, für mich schon zu Hause der absolute Horror, aber hier? Da der Arzt kein Englisch spricht und unser Spanisch nicht für Arztgespräche reicht, schließe ich einfach die Augen und hoffe zu überleben&#8230;.</p>
<p>Als erstes bohrt er die Füllung raus, ich glaub das ist jetzt das 4. Mal bei diesem Zahn, und nach irgendwas, was auch immer kommt eine einfache Zementfüllung rein. Alles kein Problem und nicht schmerzhaft. Aber dann, dann schneidet er an 5-6 Stellen von innen die Wange auf, drückt und macht und tut und spült und ich kralle mich am Sitz fest. Das tut weh! Und ich bin froh als ich es überstanden habe. Als ich fertig bin ist mir kotzübel und auf dem Rückweg bekomme ich wie sau Schmerzen. Ist ja auch eigentlich kein Wunder, so wie er ohne Betäubung an meiner Wange rumgedrückt hat. Zurück muss ich mich erstmal hinlegen, ausruhen, und ich hoffe inständig, dass das schlimmste überstanden ist und es jetzt nur noch besser wird. Und tatsächlich, schon am Abend wird es langsam besser und auf einmal hab ich einen Bärenhunger und kann sogar schon ein paar Nüsse knabbern.</p>
<p><strong>Freitag, 15.04.2011: Pasto – Popayan mit dem Bus,regnerisch bei 20-25 Grad</strong></p>
<p>Als ich am Morgen die Augen aufschlage bin ich total erleichtert. Die Wange ist immernoch dick, aber dafür sind die Schmerzen jetzt gut erträglich.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-464" href="http://www.peters-unterwegs.de/kolumbien-i-tulcan-ecuador-ipiales-cali/resized_img_6005/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-464" title="resized_IMG_6005" src="http://www.peters-unterwegs.de/wp-content/uploads/2011/04/resized_IMG_6005-262x349.jpg" alt="" width="262" height="349" /></a></p>
<p>Wir packen in Windeseile zusammen, damit wir vor 8 Uhr alles aus dem Saal raushaben, denn wir wollen weiter. Da ich die nächsten Tage nicht Rad fahren darf und kann, müssen wir leider mit dem Bus weiter&#8230; Die Zeit läuft uns davon, uns bleiben nur noch läppische 6,5 Wochen. Das heißt auch Abschiednehmen, nach 4 Tagen bei den Bomberos. Ich bin total froh, dass wir so lange hier bleiben durften und dass mir hier so geholfen wurde. Jeder aber auch wirklich jeder hier hat mit mir gelitten und jeden Tag als erstes gefragt wie es mir geht. Danke dafür. Wir packen die Räder und machen uns auf den Weg zum Busbahnhof. Auf dem Weg werden wir noch mindestens 2-3x angehalten. Woher seid ihr? Wo wollt ihr hin und wo wart ihr schon? Die üblichen Fragen.</p>
<p>Am Busbahnhof läuft alles zum Glück relativ stressfrei. Wir finden direkt einen Bus nach Popayan der uns und die Räder mitnimmt. Aber die Busfahrt ist wie immer die Hölle und dauert aufgrund von Erdrutschen wegen des vielen Regens der letzten Tage und Wochen ca. 2 Std. länger (also 8 statt 6 Std.) als geplant. Ohne Gnade windet sich die Straße von einer Kurve in die nächste Kurve bis nach Popayan. Uns ist kotzübel und es ist echt ein Jammer, denn die Landschaft ist echt atemberaubend, aber leider gibt es keine Fotos, weil wir die Landschaft nicht mit dem Rad genießen konnten. Wir kommen ca. 18 Uhr in Popayan am Busbahnhof an und sehen direkt gegenüber die Bomberos. Wie super, dann brauchen wir uns nicht lange durchfragen. Leider werden wir hier heute abgewiesen, angeblich ist es verboten, blablabla, aber sie empfehlen uns ein paar günstige Hotels. Das erste ist komplett ausgebucht aber im 2ten finden wir ein Zimmer mit Bano Privado für teure 35.000 Pesos (ca. 14 €), dafür können wir die Küche mitbenutzen und haben Internet. Das Preisgefüge ist in Kolumbien allgemein höher als in Ecuador, und Popayan als eine der schönsten alten Kolonialstädte langt da natürlich ordentlich zu. Aber die Stadtbesichtigung heben wir uns für morgen auf, heute wird nur noch schnell gegessen und dann gehts ab ins Bett. Von dem Durchgeschüttel des ganzen Tages ist einem immernoch ganz schlecht.</p>
<p><strong>Samstag, 16.04.2011: sonnig mit kurzen Schauern bei ca. 24 Grad</strong></p>
<p>Wir sind schon ganz gespannt auf die „Ciudad Blanca“ (weiße Stadt), wie Popayan genannt wird und so gehts direkt nach dem Frühstück ab in die City. Und tatsächlich sind die alten im Kolonialstil erbauten Gebäuden auffallend, eindrucksvoll und alle strahlen ganz in weiß. Und da nächste Woche die „Semana Santa“ (Heilige Woche) ist, sind alle ganz fleißig am Anstreichen. Die Stadt wird für das Osterfest herausgeputzt, gerade das Fest in Popayan ist eines der wichtigsten des Landes. Wir sind froh ein paar Tage eher hier zu sein, denn ab Montag verdoppeln sich die Hotelpreise.</p>
<p>Wir entdecken ein kleines Straßencafé, welches wohl im Grunde ausschließlich von Einheimischen besucht wird, man erkennt dies an den Preisen, und bekommen hier ein paar wertvolle Tipps für die Stadt. Zum Mittag gehts dann aber zurück ins Hotel, ich bin total ko und muss mich mal ne Stunde aufs Ohr hauen. Wir können unser Zimmer gegen ein Zimmer in der oberen Etage ohne Bad eintauschen. Zum einen ist es dort viel ruhiger und zum anderen können wir so 10.000 Pesos sparen. Super.</p>
<p>Am Nachmittag gehts nochmal in die Stadt, und ein Kolumbianer, der mit seinem Rad an uns vorbeifährt begrüßt uns mit den Worten „Bienvenidos en Colombia“. Das geht runter wie Öl. Wir halten Ausschau nach einer span./belg. Familie die mit Tochter Maia (3 Jahre) ebenfalls mit dem Rad unterwegs sind und heute hier eintreffen müssten. Seit ein paar Tagen sind wir in E-Mail-Kontakt, weil es immer wieder nett ist andere Radler zu treffen und ein paar Informationen (Übernachtung, Essen, usw.) auszutauschen. Und tatsächlich, auf dem Rückweg ins Hotel kommen uns die 3 auf der Straße entgegen. Was für ein Zufall. Maia ist total süß, Fremden gegenüber total aufgeschlossen und ein richtiges Energiebündel. Wir nehmen die 3 direkt mit in unser Hotel und haben so einen total netten Abend zusammen.</p>
<p><strong>Sonntag, 17.04.2011: Popayan – Cali mit dem Bus; Regen bei 20 Grad</strong></p>
<p>Nach weiteren unzähligen Stunden der Plauderei am Morgen machen wir uns mit den Rädern auf den Weg zum Ortsausgang. Wir wollen versuchen per Anhalter nach Cali zu kommen und so das Geld für den Bus und die ständigen Diskussionen wegen der Räder zu sparen. Schnell merken wir das heute nicht viel Verkehr ist. Vielleicht weil heute Sonntag ist? Wer weiß? Nach ca. 30 Min. hält ein Rennradfahrer und gibt uns den tollen Tipp ca. 7 km weiter zu fahren, denn dort stoßen wir auch auf den Verkehr, der um Popayan drumherum fährt. Also gut, fahren wir, aber schon bei den kleinsten Hügeln merke ich wie meine Wange puckert. Das ist überhaupt nicht gut. Und nach ein paar (4!) Stunden merken wie blöd es war hierher zu fahren. Es regnet, wir sind ab vom Schuss, die Stadt ist nun 10 km weit weg und Verkehr ist hier auch nicht. Mist! Aber dann finden wir einen Bus der genug Platz für die Räder hat und uns mitnimmt. Nochmal Glück gehabt. Im Bus lernen wir eine nette Senora kennen die uns über die Landschaft und die Zuckerfelder aufklärt. Sehr interessant, ausserdem hilft sie uns und gibt uns Bescheid wann wir aussteigen müssen. Der Busbahnhof in Cali ist nämlich ganz im Norden der Stadt, die Casa de Ciclista von Hernan ist aber direkt am anderen Ende im Süden und dank ihrer Hilfe steigen wir ganz in der Nähe aus. Da wir die Adresse nicht von allein finden fragen wir ein paar Polizisten, aber irgendwas scheint mit der Adresse nicht zu stimmen, alle rätseln mit uns. Anhand des Satelitenfotos, das Christian von Google-Maps gemacht hat werden wir nun in Begleitung eines super coolen Cops mit Motorrad direkt zu Hernans Haus gebracht. Das erregt Aufmerksamkeit, und als wir ankommen freuen sich alle. Super nett, vielen Dank, wer weiß wie lange wir sonst durch Cali geirrt wären.</p>
<p>Bei Hernan und seiner Familie werden wir super herzlich aufgenommen und direkt mit frischem Mangosaft begrüßt. Hier lebt die ganze Familie, einschließlich ein paar Freunde, aber die Konstallation ist im Moment noch nicht zu durchblicken. Am Abend sitzen wir alle nett zusammen.</p>
<p><strong>Montag, 18.04.2011: Cali; schwül warm und später Regen bei 25-30 Grad</strong></p>
<p>Am Morgen gibts das letzte Antibiotika für mich. Die Schmerzen sind weg und es ist mittlerweile nur noch eine kleine Schwellung zu sehen. Vielleicht können wir morgen schon mit den Rädern weiter?</p>
<p>Wir weichen unsere Wäsche ein und machen uns mit dem Bus auf in die Stadt. Das Bussystem ist super einfach und verständlich, ein Glück, aber mit 1.500 Pesos p.P. (60 Cent) ist der Bus 3x so teuer wie beispielsweise in Quito. Cali, ja was kann man über Cali sagen? Die Stadt ist wirklich nichts besonderes, es gibt zwar ein paar Kirchen und Plazas, aber die kann man sich auch schenken. Noch dazu ist die Stadt voll mit Menschen die einen anstarren und „Gringo“ hinter uns her rufen. So richtig wohl fühlen wir uns hier nicht und deshalb machen wir uns auch bald auf den Rückweg. Wir steigen 2 Stationen früher aus, hier ist ein kleines Shoppingcenter, außerdem wollen wir noch ein Stück laufen. Wir gönnen uns ein Eis, und als wir uns auf den Rückweg machen wollen gießt es in Strömen. Mist. Wir finden Unterschlupf bei einer Tankstelle, zusammen mit ca. 5 Moto-Fahrern, aber als es nach einer kleinen Weile nicht aufhört laufen wir durch den Regen. Was haben wir auch für eine Wahl? Und so kommen wir klitschnass „zu Hause“ an. Aber im Grunde ist das nicht schlimm, denn Gott sei Dank ist es warm. Am Abend wird ein wenig an den Rädern gebastelt, die Männer fachsimpeln ein bißchen rum und wir beschließen vorsichtshalber noch einen Tag zu bleiben und die schöne und ruhige Ecke Calis zu besichtigen eh wir am Mittwoch endlich wieder auf die Räder steigen.</p>
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		<title>Ecuador III: Quito &#8211; Tulcan (Grenze zu Kolumbien)</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 21:21:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sonntag – Dienstag , 03.04.-05.04.2011: Tumbaco (15km vor Quito) ,regen bis sonnig, 20 – 30Grad Nachdem wir am Sonntag die Wäsche gewaschen haben fahren wir um die Mittagszeit mit dem Bus in die Stadt. Das Bussystem ist supereinfach und –billig. Quito erscheint als sehr saubere und moderne Stadt, steht so manch europäischer Stadt in nichts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sonntag – Dienstag , 03.04.-05.04.2011: Tumbaco (15km vor Quito) ,regen bis sonnig, 20 – 30Grad</strong></p>
<p>Nachdem wir am Sonntag die Wäsche gewaschen haben fahren wir um die Mittagszeit mit dem Bus in die Stadt. Das Bussystem ist supereinfach und –billig. Quito erscheint als sehr saubere und moderne Stadt, steht so manch europäischer Stadt in nichts nach. Das Zentrum ist geteilt in die historische Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe) und das morderne Mariscal, wo die Hotels, Gastronomieeinichtungen und Einkaufszentren zu finden sind.<span id="more-456"></span> Beide liegen direkt nebeneinander und sind zu Fuss zu erreichen. Wir sehen uns natürlich zuerst die historische Altstadt an. Der Sonntag ist in Quito verkehrsfrei (bis auf öffentliche Fahrzeuge), man fördert so die Aktivitäten im Radsport. Das hat auch seine Wirkung. Überall wird geradelt, entweder zum Spass oder zum Training. Auf der Plaza gibt es Verpflegungspunkte, man kann sich Bikes ausleihen. Eine tolle Sache, so etwas haben wir in Deutschland noch nicht gesehen.    Was aber zum ganzen „Sonntagsfrieden“ leider hinzukommt, ist dass in der Altstadt eigentlich sämtliche Cafes, Restaurants, Geschäfte geschlossen haben, sogar die Touristeninformation. So irren wir bald mit knurrenden Mägen durch die Stadt auf der  Suche nach etwas Essbaren. Eine Frau gibt uns den Tipp, dass eventuell in Mariscal etwas offen haben müsste. So schlendern wir dorthin, haben auch Glück etwas zu finden. Zurück in Tumbaco  ist gerade ein Radlerpaar, Katja und Ives, aus Kanada angekommen. Die beiden sind in Mexico in Richtung Süden gestartet.</p>
<p>Am Montag  gehts wieder in die Stadt. Wir wollen endlich anständige Fahrradgriffe kaufen und in Outdoorgeschäften etwas zum Imprägnieren unseres „Tropfsteinhöhlenzeltes“ besorgen. Nach stundenlanger Suche in sämtlichen Läden geben wir resigniert auf. Die Läden sind zwar wirklich mit dem Besten vom Besten sortiert – aber wir werden nicht fündig. So kehren wir am Abend bei alltäglichen Nachmittagsgewitter zurück.  Hier treffen wir auf Sara und Bart aus Belgien, ein chaotisch-sympatisches Paar aus Begien, die in New York vor 10Monaten gestartet sind.</p>
<p>Der Dienstagist eigentlich unser und Sara/Barts gemeinsamer Abreisetag. Am Vormittag werden die Bikes komplett durchgecheckt. Santiago bietet sich an, Mittagessen zu kochen. Da er eine Fahrradwerkstatt auf dem Hof hat und die Kunden ihm regelrecht die „Bude einrennen“ kommt er erst sehr spät dazu. Da aber heute das Wasser abgeschaltet ist, disponieren wir um und gehen alle (wir, Sara und Bart und Santiago) in die Stadt zum Essen. Natürlich wird es spät, und wir entscheiden am Nachmittag, den Abreisetag auf Morgen zu verlegen. Abends essen wir alle gemeinsam  &#8211; feiern Abschied.</p>
<p><strong>Mittwoch, 06.04.2011, Tambuco – Cayambe, früh regen dann sonnig, 20 – 25Grad</strong></p>
<p>Was für ein Tagesbeginn! Es hat die ganze Nacht durchgeregnet und am Morgen regnet es immer noch. Zum Glück nieselt es nur noch leicht als wir starten. Wir folgen dem Tipp von Sara und Bart und wählen für die ersten 40km in Richtung Norden einen Radweg, der auf einer stillgelegten Bahntrasse angelegt worden ist. Eine Traumstrecke zum radeln. Wieder stellen wir fest, dass der Radsprt hier einen sehr hohen Stellenwert hat. Es geht ein Tal entlang, wir fahren durch Eisenbahntunnel- Soweit so gut ABER nach einer Weile wird es matschig und an ein schnelles Vorankommen ist nicht zu denken. So quälen wir uns ab – sind nach 2Stunden gerade mal 20km vorangekommen. Irgendwann in einem Ort entscheiden wir, die Strasse zu nutzen. Vorher gehts aber erst einmal auf einer richtig matschig durchgeweichten Strasse für ein paar endlose Kilometer entlang. Dann kommen wir gut voran  und erreichen am späten Nachmittag kurz vor Cayambe den Äquator. Nun sind wir wieder auf der Nordkugel der Erde und die Sonne wandert wie gewohnt wieder von Osten über Süden nach Westen und nicht wie auf der Südhalbkugel über Norden.</p>
<p>Wir müssen noch ganz schön reintreten um im Hellen in Cayambe anzukommen. Bei den Bomberos (mittlerweile Nr. 7 in Ecuador) werden wir herzlich begrüsst und bekommen sogar ein Zimmer.</p>
<p>81km, 6:26h, 1.375hm</p>
<p><strong>Donnerstag, 07.04.2011, Cayambe &#8211; Ibarra, am Tage Dauerregen,am Abend trocken, 15 – 20Grad</strong></p>
<p>Wir müssen uns vor  Abfahrt noch in das Gästenuch der Feuerwehr eintragen. Wir stellen fest,dass wir hier nicht die ersten Radler sind. Alle paar Wochen bzw. Monate kehren hier Radler oder andere Individualreisenden ein.Als wir unsere Sachen gepackt haben werden wir noch freundlich vom Feuerwehrchef begrüsst. Wir erzählen von unserer Tour und werden mit den Worten verabschiedet, dass hier Radler immer willkommen sind. Wir sind begeistert von dieser Herzlichkeit hier.</p>
<p>Der erste Stopp lässt nicht lange auf sich warten. Cayambe ist bekannt für Spezialitäten wie Bizchochos (ein Biskuitgebäck, das direkt aus dem Backofen verkauft wird) und Queso de Hoja<strong> </strong>, ein Frischkäse, der in Bananenblätter eingerollt wird. Das gibt es nur hier und das müssen wir natürlich probieren. Als wir dann endlich weiterfahren reiht sich bis an den Ortsausgang eine Cafeteria an die nächste, die alle diese leckeren Spezialitäten anbieten. Es fällt mir schwer weiterzufahren ohne anzuhalten. Bald treffen wir Radler, 3Deutsche aus Bayern, die aus Richtung Norden kommen. Während der Unterhaltung werden wir Zeugen eines  Rennradrennens mit allem drum und dran wie Begleitfahrzeuge und Presse usw. (mind. 100 – 150Radler). Nach dem Abschied fängt es an, wie aus Eimer zu regnen. Wir halten noch ein paar Kilometer durch, bis wir in eine Cafeteria auf Bischochos und Käse einkehren. Zum Glück ist das am heutigen Tag relativ einfach zu finden. Leider lässt der Regen nicht wirklich nach und wir radeln in voller Regenausrüstung bis nach Otavalo, wo wir in einem Restaurant die nächste Regenpause machen müssen. So ein Regentag kann ganz schön ins Geld gehen!</p>
<p>Als wir am frühen Nachmittag in Ibarra ankommen, lässt der Regen für eine Weile nach und wir machen uns auf die Suche nach den Bomberos. Leider scheint hier kein Platz zu sein, die Jungs bringen uns aber zur Kirche, wo auch Unterkunft gewährt wird. Leider ist der Pfarrer bei einer Beerdigungsmesse in der Kirche. So verharren wir vor dem Eingang. Bald fängt es wieder an zu regnen. Ein Mann, der auch zur besagten Beerdigung will, spricht mit uns und lädt uns zu sich nach Hause ein. So gehen wir nach der Beerdigung im strömenden Regen gemeinsam in Richtung seines Hauses. Der Typ scheint zwar nett, jedoch meint Jennie, dass er eine Alkoholfahne hat. Die Frage, ob seine Frau etwas dagegen hätte, verneint er, da er allein lebt. So haben wir bald ein dementsprechendes Bild vor Augen und sagen ihm ,dass wir zwei und leider uneinig sind und uns ein Hotel suchen würden. So stehen wir also wieder im Regen und überlegen. Beim Reinfahren in die Stadt hatten wir das Gebäude des Rotes Kreuzes Ecudor gesehen. Wir erinnern uns an TT – unser radelnder Freund aus Bariloche (Argentinien), der auf seiner Reise oft beim Roten Kreuz Unterkunft bekommen hatte. Was also sollen wir verlieren, Fragen kostet nix. So stehen wir Minuten später wie 2 begossene (und durchnässte) Pudel dort auf der Matte und haben mal wieder Glück. Wir werden nicht abgewiesen, dürfen duschen – und endlich raus aus den Klamotten. Am Abend zeigen und Arturo und Marco die Stadt. Beim und nach dem Abendessen werden wir mit tausenden Fragen durchlöchert, was natürlich gut für unser mikriges spanisch ist. Was uns verwundert, fast ausschliesslich junge Leute sind hier dabei.</p>
<p>65km , 4:06h , 530hm</p>
<p><strong>Freitag, 08.04.2011, Ibarra – La Paz (Ecuador), sonnig, 20-35Grad</strong></p>
<p>Beim Aufwachen ist der Schreck gross – Es regnet! Zum Glück hört der Regen aber bald auf. Wir gehen noch schnell in die Stadt zum Fotos machen. Auf der Plaza treffen wir wieder auf die Rennradler von gestern. Auf Nachfrage erfahren wir, dass es sich um ein Etappenrennen von Cuenca bis nach Tulcan (Grenze zu Kolumbien) ,auf der Panamericana entlang, handelt.</p>
<p>Nachdem auch wir gestartet sind geht es erst einmal in ein Tal hinunter von ca. 2.200m auf ca. 1.500m. Die Vegetation und das Klima ändern sich zusehens. Der Himmel ist superblau (nach dem gestrigen Tag eine Wohltat) und es wird auch trockener, was an zahlreichen Kakteen zu erkennen ist. Landwirtschaftlich wird diese Gegend scheinbar mehr für Zuckerrohr und Bananenanbau genutzt zu werden. Für die nächsten 40km kommen wir schnell voran. Aber dann geht es wieder bergauf und zwar heftig. Bei Hitze und Sonne satt quälen wir uns einen endlosen Anstieg mit mal wieder über 1.000hm rauf. Wieder einmal vor traumhafter Kulisse. Wir treffen auf 2 Radler aus Kolumbien, die bis nach Buenos Aires fahren wollen. Einer von beiden ist mit Gummistiefeln unterwegs – bei diesen Temperaturen gehe ich von einer überaus intensiven Geruchsentwicklung aus. Ich vermute, dass beide in getrennten Zelten übernachten! Irgendwann am späten Nachmittag sind wir in Bolivar und fahren noch weiter bis nach nach La Paz, ein kleines Dorf. Hier wollen wir uns etwas zum übernachten suchen. Da es aber keine Feuerwehr gibt brauchen wir Alternativen. Die Schulen sind zu wegen Wochenende, der Pfarrer ist nicht da. Als wir dann ratlos mit mittlerweile ein paar Frauen um uns herum auf einer Kreuzung stehen, kommt ein Mann zu uns und sagt, dass wir bei ihm unser Zelt aufbauen könnten. Glück gehabt! Wir können in der Küche unser Zelt aufbauen,duschen – alles ist gut. Zusammen trinken wir noch einen Kaffee und erzählen. Dann schäle ich mit ihm Kartoffeln für das Abendessen. Leider verabschiedet er sich aber noch vor dem Essen bis zum nächsten Tag.</p>
<p>78km , 5:45h , 1.530hm</p>
<p><strong>Samstag, 09.04.2011, La Paz (Ecuador) – Tulcan , sehr regnerisch, am Nachmittag trocken, 12-20Grad </strong></p>
<p>Schon früh um 7.00Uhr klopft Rudolfo, unser Gastgeber, an der Tür. Er will mit das Frühstück vorbereiten und Kartoffeln schälen. Wir sagen ihm, dass das zwar ganz lieb wäre aber zum Frühstück essen wir doch lieber unsere Haferflocken mit Banane und Milch. Während wir essen sitzt er bei uns, trinkt seinen Kaffee, und wir erzählen miteinander über Gott und die Welt. Er will uns unbedingt eine Grotte, die sehr berühmt ist und bestimmt auch wundeschön ist, schmackhaft machen. Aber als er uns sagt, dass man vorher circa 15min bergab fahren muss – steht unser Entschluss fest, dass wir dort nicht hinfahren. Das alles wieder hochfahren, nein uns reichen die die Berge der normalen Tagesetappen. Wir werden von ihm herzlich verabschiedet mit der Bitte, ihm ein Foto von uns zu geben. Leider sind unsere Fotovorräte zur Zeit aufgebraucht, wir müssen neue Bilder entwickeln und ihm dann eines zuschicken.</p>
<p>Zum Glück hat der Morgenregen aufgehört als wir starten. Zwar haben wir nun keine Passstrassen zu erklimmen, aber es geht hügelig auf und ab, so dass wieder Höhenmeter zusammenkommen. Im Unterschied zu gestern, als wir von Ibarra in das fast tropisch anmutende Tal hinabfuhren, ist heute wieder alles wie in den Alpen. Weit und breit grüne Wiesen und Milchkühe, Schweine usw..</p>
<p>Das Wetter wird zunehmend schlechter. Der anfängliche Nieselregen wird stärker, so dass wir einen Regenstopp einlegen. Nach einer halben Stunde gibt es keine Änderung, so beschliessen wir in Regensachen weiterzufahren, die letzten 25km bis nach Tulcan (der letzten ecuadorianischen Stadt vor der kolumbinaischen Grenze). Wir müssen uns bis auf über 3.200m hinaufkämpfen um dann bis Tulcan hinunterzufahren auf 3.000m. Zum Glück lässt der Regen auch bald nach und es nieselt nur noch leicht. In Tulcan angekommen machen wir beim Bäcker Kuchenpause, kullern einmal durch das Zentrum bis wir die Bomberos aufsuchen. Alles klappt wieder wunderbar und wir dürfen unser Zelt im Fitnessraum aufbauen. Wieder mit Bad und Küchenbenutzung.Dann machen wir uns auf in die Stadt.</p>
<p>Der Friedhof von Tulcan ist für seine besonderen Hecken berühmt. Diese sind regelrechte Skulpturen – von Indigenen Figuren über Tiere und Schriftzeichen. „Ein Friedhof, so schön dass er zum Sterben einlädt!“ wird dieser Ort makabererweise genannt.</p>
<p>Die Stadt macht auch sonst einen relativ ordentlich und sauber gepflegten Eindruck auf uns. Die Nähe zur Grenze nach Kolumbien lässt sich nicht leugnen, in der ganzen Stadt fahren Autos mit kolumbianischen Kennzeichen.</p>
<p>Abends sitzen wir beisammen und planen die Tour durch Kolumbien, von der wir hoffen,dass wir in der Kürze der Zeit noch alles mit den Rädern schaffen werden. Wir werden sehen&#8230;</p>
<p>57km , 4:18h, 1.020hm</p>
<p><strong>Fazit Ecuador:</strong></p>
<p>4Wochen waren wir hier, haben das ganze Land komplett mit den Rädern durchquert. Und es war anstrengend, sehr anstrengend. Solche Berge wie hier hatten wir die anderen Monate in Südamerika nicht zu überwinden. Nach anfänglicher Skepsis haben wir dieses Land und die Leute schnell liebgewonnen. Ein tolles Land, perfekt zum Radeln (wenn man von den steilen Bergen absieht &#8211; aber die haben auch was tolles). Wir haben richtig geackert. Mit Sack und Pack haben wir in 20Fahrtagen mit den Rädern 1.420km und 26.000Höhenmeter überwunden. Aber es hat sich gelohnt. Wir wurden überall überaus freundlich empfangen. 8Mal haben wir bei der Feuerwehr,andere Male beim Roten Kreuz und anderen Einrichtungen übernachtet. Nie wurden wir abgewiesen.</p>
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		<title>Ecuador II: Cuenca &#8211; Quito</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 14:20:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Donnerstag, 23.03.2011: Cuenca – Canar, sonnig, 22-28Grad Nachdem Gerard uns verabschiedet hat und aus dem Haus ist, machen auch wir uns fertig. Natürlich lassen wir uns Zeit und es wird fast 11.00Uhr als wir aufbrechen. Wir finden gut raus aus der Stadt,nehmen die Autopista, was aber absolut stressfrei ist. Nach einer Weile treffen wir auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Donnerstag, 23.03.2011: Cuenca – Canar, sonnig, 22-28Grad</strong></p>
<p>Nachdem Gerard uns verabschiedet hat und aus dem Haus ist, machen auch wir uns fertig. Natürlich lassen wir uns Zeit und es wird fast 11.00Uhr als wir aufbrechen. Wir finden gut raus aus der Stadt,nehmen die Autopista, was aber absolut stressfrei ist. Nach einer Weile treffen wir auf die ersten Radfahrer seit wir in Nordperu vor fast zwei Wochen gestartet sind. <span id="more-448"></span>Ein  holländisches Paar, dass in Alaska vor 2Jahren gestartet ist. Es gibt natürlich viel zu erzählen, jeder ist für den ein oder anderen Tipp dankbar. So erfahren  wir, dass man z.b. in Canar problemlos bei den Bomberos (Feuerwehr) übernachten kann. Damit steht unser heutiges Etappenziel fest. Natürlich gehts mal wieder richtig schön bergauf,  1.000Höhenmeter am Stück. Zum Glück aber bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein. Am späten Vormittag haben wir uns auf ca. 3.500m hochgetrampelt. Zu dieser Zeit liegt hier oben mal wieder alles im Nebel, die Temperaturen gehen auf 8Grad zurück. So bibbern wir uns die Abfahrt nach Canar runter und rollen bei den Bomberos vor.</p>
<p>Natürlich können wir hier bleiben, dürfen uns sogar die Örtlichkeiten zum Schlafen aussuchen, können duschen und die Küche benutzen – alles gratis. Auf jeden Fall werden wir hier in Ecuador weiterhin in Zukunft bei den Bomberos anfragen..</p>
<p>Die Jungs hier erzählen natürlich, dass auch letzte Nacht Radler hier waren – „Die Holländer, na klar die kennen wir!!“</p>
<p>73km , 5.20h , 1.425hm</p>
<p><strong>Freitag, 25.03.2011: Canar &#8211; Chunchi,wechselhaft , 15-27Grad</strong></p>
<p>Die Nacht war ruhig, einzig die wohl im Zelt restlich verbliebenen Flöhe scheinen noch am Leben zu sein, zumindest juckt es an der einen oder anderen Stelle.Nach dem Frühstück werden wir verabschiedet. Als wir gerade aus der Stadt rausfahren kommen uns noch 2Feuerwehrautos entgegen – mit Lichthupe grüssend.Wir lassen es ruhig angehen. Die Anstiege sind relativ moderat, bei den Temperaturen gut zu meistern. In Zhud machen wir eine kurze Pause. Zwischen Essbuden mit komplett Schwein-am-Spiess nehmen wir Platz, immer bemüht diesen Anblick aus den Augenwinkeln zu bekommen. Die Schweine werden komplett als Ganzes gegrillt und wir haben den Eindruck, dass die auch komplett verspeist werden. Neben dem Meerschweinchen am Spiess (Cuy) eine Spezialität hier, die wir nicht unbedingt probieren wollen. Es geht mal wieder durch den Nebelwald. Und der macht seinem Namen  wirklich alle Ehre. Als wir oberhalb der Nebelfelder sind ist die Aussicht auf die auf- und abziehenden Nebelschwaden grandios. Dazu kommt stetig leichter Regen. Alles schön anzuschauen aber permanent in dieser „dicken Suppe“ zu wohnen, nein darauf hätten wir keine Lust. Am Nachmittag erreichen wir relativ durchnässt unser Tagesziel, Chunchi. Wieder fragen wir bei den Bomberos an und haben mal wieder Glück. Im Fittnessraum schlagen wir unser Zelt auf. Wir erkunden die Stadt, welche einen guten Eindruck auf uns macht, und kochen in unseren Domizil unser Essen.</p>
<p>Schon heute sind wir gespannt, ob wir morgen wieder bei den Bomberos unterkommen..</p>
<p>73km , 4:30h , 1.061hm</p>
<p><strong>Samstag, 26.03.2011: Chunchi &#8211; Guamote,wechselhaft – meist Regen , 8-25Grad</strong></p>
<p>Mal wieder früh kommen wir um 8.30Uhr los. Ich werde das Gefühl nicht los, dass diese miesen Flöhe immer noch irgendwo schlummern. Jedes Mal wenn es nachts juckt, mache ich die Taschenlampe an und kontrolliere schon fast panisch.</p>
<p>Wir rollen ein wunderschönes Tal entlang, natürlich auch wieder auf und ab. Faszinierend sind die Ackerflächen, die an den schrägsten Berghängen angelegt wurden. Mit Maschinen zu bearbeiten – keine Chance! Hier wird noch mit dem Ochsen und dem Holzpflug gearbeitet.</p>
<p>Früh am Mittag erreichen wir Alausi, aus Mangel an Möglichkeiten machen wir nur eine Kekspause, da fängt es auch schon wieder mal zu regnen an. Als wir wieder losfahren kommt es ganz Dicke – nämlich richtig steil bergauf. Auf kürzester Strecke schrubben wir gute Höhenmeter. Teilweise ist es so steil, dass Jennie schiebt, was nun auch nicht einfacher ist. Ein stetiger Wechsel von Regen, Nebel, Sonne zerrt am Gemüt und der Laune. Zu guter letzt erreichen wir irgendwann die scheinbare Passhöhe nach über 1.000hm am Stück. Völlig durchnässt gehts bergab. Am Nachmittag in Palmira stoppen wir , Jennie möchte am liebsten hier bleiben. Der Ort scheint trostlos, ich dränge zur Weiterfahrt auf die letzten (letztendlich fast 20km) bis nach Guamote und kann das Feuer in der nun wutentbrannten Jennie entflammen. Sie prescht voraus, so dass ich kaum hinterherkomme. Zum Glück kommen keine anstrengenden Anstiege, jedoch kommt das Wasser von oben und von unten.</p>
<p>Klitschnass und völlig durchgefroren erreichen wir Guamote. Natürlich suchen wir die Bomberos auf. Hier müssen wir die Jungs erst wecken. Der eine von beiden fragt schon von selbst, ob wir hier schlafen wollen. Wir dürfen 2 der Betten im „Schlafsaal“ beziehen, dürfen duschen, ich putze die Räder und wir können die Küche benutzen. Perfekt! So hat dieser mit über 2.000Höhenmetern überaus anstrengende Tag wieder ein gutes Ende genommen.</p>
<p>Zusammen mit den beiden Bomberos liegen wir abends in unseren Betten und gucken amerikanische Feuerwehrfilme und  Kung-Fu-Filme mit Jacki Chan.</p>
<p>Nachts ist richtig was los hier. Erst müssen die beiden bei einem Autounfall raus. Kaum wieder zurück gehts zum nächsten Einsatz – bei einer Hochzeitsgesellschaft haben 20 Gäste eine Lebensmittelvergitung erlitten. Da gibt es wohl auch Einheimische, die das Essen hier nicht vertragen&#8230;</p>
<p>83km, 6:40h, 2.036hm</p>
<p><strong>Sontag, 27.03.2011: Guamote &#8211; Riobamba,sonnig , 15-27Grad</strong></p>
<p>Heute wollen wir nach Riobamba, direkt am Fusse des Chimborazzo (der höchste Berg Ecuadors)gelegen. Nach der Tortour gestern sind es heute nur noch ca. 50km und ein moderates Höhenprofil. Wir packen unsere Sachen – natürlich ist alles von gestern noch klitschnass, besonders unangenehm sind die Schuhe.</p>
<p>Wir kommen gut voran, erst kurz vor Riobamba gehts es bergab, von ca. 3.200m Höhe auf ca. 2.600m. Leider  ist der Himmel zu bewölkt, um den Chimborazo zu sehen.</p>
<p>Als wir im Ort an einer Kreuzung stehen, winkt uns von weitem ein Mann zu und kommt zu uns herüber. Ich freue mich schon, denke dass der Typ und vielleicht zu sich nach Hause einladen möchte. Er ist aber Reporter einer Zeitung und möchte ein Interview mit uns machen. Ok soll er haben. Am Montag soll der Artikel in der Zeitung stehen. Dass wir uns morgen die Zeitung kaufen werden versteht sich ja von selbst.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-451" href="http://www.peters-unterwegs.de/ecuador-ii-cuenca-quito/resized_img_5704/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-451" title="resized_IMG_5704" src="http://www.peters-unterwegs.de/wp-content/uploads/2011/04/resized_IMG_5704-350x262.jpg" alt="" width="350" height="262" /></a></p>
<p>In der Stadt essen wir irgendwo etwas und begeben uns dann auf die Suche nach einer Unterkunft. Bomberos oder ähnliche möchten wir heute nicht aufsuchen, da zum einen wir meinen, dass das eher in kleineren Städten einfacher ist, zum anderen wollen wir Wäsche waschen. Wir finden ein nettes Hostal, mit 10$ pro Peson nicht ganz billig, aber es gefällt uns super, wir haben Internet, dürfen waschen und haben eine Küche.</p>
<p>Wir besichtigen die Stadt, die mit ihren zahllosen Kirchen, Plätzen und sonst schönen Gebäuen z.b. Cuenca (sh. Montag – Donnerstag) in nichts nachsteht. Wir können sogar den Chimborazzo erkennen, wollen ihn aber morgen ganz früh vor wolkenfreiem Himmel erleben.</p>
<p>57km , 3:40h , 505hm</p>
<p><strong>Montag, 28.03.2011: Riobamba – Banos, sonnig , 20-27Grad</strong></p>
<p>Heute wird es wohl nichts mit Chimborazzo angucken denn der Himmel ist wolkenverhangen. Zum Glück sind wir nicht in aller Herr-Gotts-Frühe aufgestanden. Im Hostal treffen wir auf Jeff (USA) und seine Frau aus Japan. Die beiden sind auch seit letztem Jahr im Juni unterwegs,  jedoch als Backpacker. Sie kommen von Richtung Norden , d.h. es gibt wieder viel zu erzählen einschliesslich der guten Tipps. Ein wenig vergesse ich die Zeit, so sind wir ins Gespräch vertieft. Als Jennie dann anfängt, Druck zu machen ist es schon bald Mittag – also los! Natürlich fahren wir noch schnell beim Zeitungskiosk vorbei um die Zeitung zu kaufen. Und siehe da, der Typ hatte nicht gescherzt. Wir sind drin! Zwar nicht auf der Hauptseite aber eine Seite hinter einem Artikel mit Hugo Chavez – also geht doch!</p>
<p>Wir machen noch schnell Brot-Mittagspause vor einem Supermarkt bis es endlich in Richtung Banos losgeht. Die Strasse ist gut, der Vekehr übersichtlich. Wir wählen den Direktweg und der wird zum Erlebnis. Beim letzen Ausbruch des Vulkans Tungurahua (südlich von Banos) gab es unvorstellbare Mengen an Asche und Schlamm. Die Strasse und das Flusstal des Rio Chambo wurden dabei weitläufig verschüttet. Der Ausbruch war so heftig, dass über Banos ca. ½ Jahr eine Aschewolke stand (zumindest wurde es uns so in Banos berichtet). Die Strasse umgeleitet ist aber nicht mehr asphaltiert. Trotzdem eine Leistung, da  die Ausmaße noch heute unvorstellbar sind. Durch sämtliche Zuläufe zum Tal ergoss sich diese Schlammwalze. Mittlerweile wurde auch dies soweit hergerichtet, dass zumindest das Wasser wieder ungehindert fließen kann.  Positiver Nebeneffekt der provisorischen Strasse für uns ist, dass der Hauptverkehr jetzt über Ambato geht.</p>
<p>Banos ist eine Touristenhochburg, scheint auf keiner To-Do-Liste für den Ecuador-Urlaub zu fehlen. Mindestens genau so viele Hostels, Hotel etc wie Touristen gibt es hier.  Trotzdem gefällt uns der Ort relativ gut. Wir versuchen es mal wieder bei den Bomberos, eigentlich ohne grosse Motivation, da aufgrund der zahlreichen Übernachtungsmöglicheiten im Ort das Preisniveau eher tief ist. Aber wir dürfen bleiben, bekommen sogar ein Zimmer mit Doppelbett, haben Dusche und Küche. Essen dürfen wir im Aufenthaltsraum. Dazu sind die Leute hier supernett. Abends setzt sich noch der Einsatzleiter zu uns und es wird ein langer und informativer Abend.</p>
<p>62km, 4:00h , 700hm</p>
<p><strong>Dienstag, 29.03.2011: Banos – Puyo , Sonne. Regen, Sonne , 20-30Grad</strong></p>
<p>Da bei der Feuerwehr auch eine kleine Werkstatt ist, nutze ich die Gelegenheit, noch die Räder zu warten. Dann werden wir verabschiedet – ohne Frage diese Unterkunft ist die Beste bei Bomberos, die wir bis jetzt hatten!</p>
<p>Wir fahren noch in die Stadt zum Brot kaufen. Eines was uns hier,  wie auch in gesamt Südamerika, garnicht gefällt ist,dass irgendwelche Auswanderer , sei es aus Deutschland, Schweiz oder ähnliches, die sich hier niederlassen, sich die einfallsreichsten Namen ihrer Einrichtungen und Lokale einfallen lassen. So gibt es das Hotel „Haus Düsseldorf“, ca. 100.000Restaurants „El Aleman“ (der Deutsche) oder „El Suizo“ (der Schweizer). Zumindest gibt es beim Bäcker das angekündigte „Schwarzbrot“ nicht!</p>
<p>Wir radeln ein wundervolles Tal hinuntet von 1.800m auf ca. 900m bis nach Puyo. Die Strecke wird auch Ruta de las Cascadas (Wasserfallroute) genannt. Weiterhin nähern wir uns dem Amazonas-Dschungel mit dem dementsprechendem Wetter. Bei einem Regenschauer werden wir nass bis auf die Haut – aber bei den Temperaturen kein Problem – bis auf die Schuhe, die schon seit Tagen nicht mehr trocken werden und deren Duft alles andere als betörend ist.</p>
<p>Die Strecke ist gut angelegt, ist als Fahrradroute ausgeschildert. In Puyo angekommen erleben wir den krassen Gegensatz zu Banos. Zum einen scheint diese Stadt am Dschungelrand absolut chaotisch und unstrukturiert. Ich nehme an, dass wohl vor 20-30Jahren Puyo ein kleines Dörfchen war und nun aus allen Nähten platzt. Wir machen uns auf die beschwerliche Suche, eine Cafeteria zu finden, was uns auf Nachfrage auch irgendwann glückt. Dann gehts zur Suche nach einem Schlafplatz. Die Bomberos liegen relativ ausserhalb. Wir müssen eine kleine Weile warten bis der Chef kommt. Dieser sagt uns einen Platz zu. Klingt gut – ABER – wir warten noch geschlagene 2-3 Stunden und nichts passiert. Wir sitzen da, der Typ läuft hin und her und macht und tut. Als es mittlerweile Dunkel ist platzt Jennie der Kragen: „Senor, wo können wir denn schlafen?“. Entweder hat der uns vergessen oder eher ignoriert. Wir dürfen den Essenraum in Anspruch nehmen und unser Zelt aufbauen. Soweit so gut, auf Anfrage können wir auch die Küche und das Bad nutzen. Aber die Atmosphäre ist alles andere als herzlich. Wir erwarten ja nicht, dass wir hier 4Sternemässig behandelt werden bzw.9 wenn es den Leuten nicht passt, dann kann man uns ja abweisen – ist ja kein Hotel. Aber zusagen und dann wie Luft behandeln, das haben wir auch nicht nötig!</p>
<p>70km , 4:15h , 500hm</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mittwoch, 30.03.2011: Puyo &#8211; Tena , heiter bis bewölkt, am Nachmittag Regen – sehr schwül , 22-34Grad</strong></p>
<p>Beim Aufstehen um 6.30Uhr wird draussen schon wild gewuselt. Die putzen um diese Zeit die Autos! Von ca. 8Leuten begrüsst uns gerade einmal einer. Ich will hier nur noch weg, woanders frühstücken!</p>
<p>Wir „bedanken“ uns für alles und ab in die Stadt. Hier müssen wir noch warten bis der Supermarkt aufmacht.</p>
<p>Schon am Morgen ist die Luft sehr warm und feucht. Zum Glück ist der Himmel bedeckt und die Sonne kommt nicht durch. So halten sich die Temperaturen mit maximal 34Grad in Grenzen. Zwar wurde hier in den Dschungel eine relativ breite Strasse asphaltiert aber das Dschungel-Feeling kommt auf. Links und rechts ist alles grün, obwohl viel gerodet wurde. Dazu Blumen in allen Farben und unbeschreiblich laute Vogel- und Insektengesänge . Farne, Bananenbäume, Palmen, Orchideen – und weitere unzähliges Grün. Ebenso hält sich erfreulicherweise der Müll am Strassenrand in Grenzen.</p>
<p>Das Streckenprofil ist hügelig, die Anstiege kurz uns moderat und wir kommen gut voran. Den Nachmittagsregen jedoch erleben wir noch unterwegs. Als  wir die Stadt auf circa 500m Höhe erreichen scheint sie angenehmer als Puyo. Wir gönnen uns ein Eis, kommen mit einer Mainzer Familie ins Gespräch, die wir schon vom Sehen in Cuenca kennen und machen uns wie gewohnt auf den Weg zu den Bomberos. Hier „empfängt“ man uns sehr herzlich. Der Chef und seine Mannschaft sind das absolute Gegenteil von seinen Kollegen in Puyo.</p>
<p>Glücklich darüber erkunden wir die Stadt, sie bildet den Ausgangspunkt zu Dschungeltouren in den Amazonas. Dies erleben wir auch selbst, da die Touranbieter natürlich auch uns nerven.</p>
<p>87km, 5:02h, 830hm</p>
<p><strong>Donnerstag, 31.03.2011: Tena – 30km vor Baeza , sehr wechselhaft, 14 – 30Grad</strong></p>
<p>Bei den Bomberos werden wir herzlich verabschiedet. Wir lassen uns heute Zeit , da wir wissen, dass es bis Baeza noch richtig bergauf mit über 2.000Höhenmetern gehen soll. Nach circa 10km machen wir an einer Hosteria eine regenbedingte Kaffeepause.  Wir bestellen Kaffee con Leche – und was bekommen wir? Ein komplettes Frühstück! Naja egal, guter Zeitvertreib während des Regens und Hunger haben wir eh immer.</p>
<p>Seit Tena mit vielleicht 500m Höhe geht es wieder in die Berge. Um die nächsten Tage nach Quito zu kommen, wo wir endlich mal wieder Pause machen müssen, gibts noch 2 Pässe mit circa 2.500m bzw. 4.070m Höhe zu überwinden.</p>
<p>Im Unterschied zu den Bergen , die wir hier in Ecuador schon befahren haben, geht es fast ausschliesslich noch bergauf, ohne diese lästigen Abfahrten zwischendurch. Zwar regnet es hin und wieder aber die Temperaturen sind angenehm und die Sonne kommt aufgrund der Bewölkung nicht durch.</p>
<p>Als wir nun so dahinradeln ertönt aus einem Auto hinter uns aus einem Lautsprecher: „Alemania muy bien“(Deutschland – sehr gut!!). Es ist ein Feuerwehrauto der Bomberos aus Tena. Das Auto hält und der Chef fragt uns, ob sie uns mit nach Baeza mitnehmen sollen – sie fahren sowieso dorthin&#8230; Oh ein nettes Angebot. Aber Jennie und ich damit auch lehnen dankend ab. Wir sind trotzdem begeistert von dieser Freundlichkeit.</p>
<p>In einem kleinen Dorf fragen wir uns zu einer Tienda (Laden) durch wo wir zu Trinken und Kekse kaufen wollen. Kaum dort angekommen fängt es in Strömen zu regnen an. Zum Glück gibt es hier einen Unterstand, wo wir mal wieder abwarten. Es kommt eine ganze Truppe Schulkinder, die hier ebenfalls Schutz sucht. Wir kommen ins Gespräch, sie fragen 1.000Sachen, wo wir herkämen, wo Deutschland liegt usw. Einer der Jungs bringt uns etwas, was aussieht wie überdimensionale Bohnenstangen und meint wir sollten das Innere essen. Tatsächlich öffnet man die Stangen wie Bohnen, holt die einzelnen Kern heraus. Diese sind mit einem weissen Etwas überzogen, was man essen kann und süss schmeckt. Im Prinzip lutscht man die Kerne ab. Es schmeckt wirklich gut. Den Namen der Frucht können wir uns nicht merken, wissen aber was wir in Zukunft hin und wieder essen könnten.</p>
<p>Obwohl wir stetig bergauf fahren ändert sich die Vegetation um uns herum nicht auffallend. Ich habe eher den Eindruck als wenn es viel grüner bzw. viel wilder wird. Das mag aber daran liegen, dass die tieferen Gebiete stärker bewohnt und dementsprechend schon viel abgeholzt wurde.</p>
<p>Als wir am späten Nachmittag, schon auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz, bei einer älteren Frau in einer Tienda nach einer Schule anfragen (auch in Schulen ist es auf Anfrage möglich zu Zelten), bekommen wir zu hören, dass in ca. 40Minuten eine Schule direkt an der Strasse liegt. Jedoch seien wir mit den Fahrrädern unterwegs, erklären wir ihr. Sie aber beharrt auf ca. 40min Fahrt. Wir denken „Super“ , müssten dann noch im Hellen um ca. 18.00Uhr dort ankommen und radeln los. Es geht bergauf und wir kommen gut voran jedoch sieht nichts um uns herum wie eine nahe Ortschaft aus. Es wird dunkel und wir radeln immer weiter bergauf. Wir sind auf einer kurvigen Gebirgsstrasse unterwegs, dazu noch relativ viel LKW- und Busverkehr. Bald gestresst sehen wir ein, dass wir wohl heute den Ort nicht erreichen. Um ca. 19.00Uhr finden wir am Strassenrand ein relativ sichtgeschütztes Plätzchen, wo wir unser Zelt einschl.  Regenschutzplane aus dem Baumarkt aufbauen und von Mosqitos und Motten umschwirrt unser Abendmahl bereiten. Zudem schalten wir bei jedem Fahrzeug, und es sollen viele werden, unsere Lampen aus – man kann ja  nie wissen!!</p>
<p>61km , 5:19Std., 1.775hm</p>
<p><strong>Freitag , 01.04.2011: 30km vor Baeza &#8211; Papallacta , bewölkt, 10 – 22Grad</strong></p>
<p>Im Gegensatz zu Jennie habe ich super geschlafen. Jennie erzählt mir, dass die ganze Nacht Lkws und Busse unterwegs waren. Da unser Platz direkt an einer S-Kurve liegt, muss hier richtig stark abgebremst werden, was dementsprechend laut ist.</p>
<p>Ohne Frühstück starten wir, hier ist alles nass und sowieso kommt ja bald der Ort von gestern. Nach kurzer Bergauffahrt auf einen 2.500m Pass rollen wir in den Ort und sind nach ca. 30min da. Das heisst wir haben seit gestern nachmittag ca. 2Stunden gebraucht, und nicht 40min!!!</p>
<p>Bald sind wir in Baeza und von dort gehts richtig steil bergauf nach Papallacta, was unser Tagesziel sein soll. Die Anstrengungen der letzten Tage machen sich bemerkbar, bei Jennie ist die Luft raus. Alles tut weh. Jeden Tag diese Anstiege, das zerrt schon etwas. Auch heute sollen es wieder fast 1.800Höhenmeter sein. Als wir endlich in Papallacta ankommen halten wir direkt bei der Polizei und fragen nach Bomberos. Gibt es nicht, aber 2Schulen!Bei der 2ten haben wir Glück, das Tor ist offen und wir fragen bei der hier wohnenden Familie nach Zeltmöglichkeit nach. Hier waren bestimmt noch keine Radreisenden, da sie alle am Anfang etwas hilflos wirken. Schliesslich können wir an einem überdachten Flur das Zelt aufbauen. Glücklich darüber machen wir uns sofort an die Arbeit, da es mittlerweile auch richtig kühl wird. Nach ein paar Minuten kommt die Tochter zu uns und sagt, dass es hier zu kalt wäre und wir können in ihrem Zimmer im Bett übernachten. Überwältigt von diesem Angebot sagen wir natürlich zu und so sitzen wir Minuten später mit der Familie zusammen am Tisch, trinken Kaffee und essen getoastete  Brote mit selbstgemachtem Käse. Alle sind sehr neugierig und wollen so einiges über uns und die Tour wissen. Ein schöner Abend mit sehr netten Leuten, dessen Ausgang mit einer Dusche mit Heisswasser aus natürlicher Quelle gekrönt wird. Hier in Papallacta gibt es Thermalbäder – somit ist Warmwasser hier kein Problem.</p>
<p>72km , 6:21Std., 1.791hm</p>
<p><strong>Samstag, 02.04.2011: Papallacta- Tumbaco (15km vor Quito) , bewölkt bis sonnig, 8 – 25Grad</strong></p>
<p>Mit Frühstück im Bauch werden wir herzlich verabschiedet und wir starten zum letzten Anstieg vor Quito – einem über 4.070m hohen Pass. Und das wird richtig hart,zumal wir richtig kaputt sind von den vergangenen Tagen in Ecuador. Im kleinsten Gang strampeln wir einen schier endlosen Anstieg hoch. Bei Jennie tut es richtig weh, teilweise muss geschoben werden. Leider ist auch relativ viel Verkehr bzw. gibts keinen „sicheren“ Seitenstreifen für uns.</p>
<p>Interessanterweise finden wir hier in dieser Höhe und dem demensprechenden Klima (viel Nebel. Kühl, feucht) eine Vielzahl von Blumen. Alles um uns herum ist grün und farbigbunt. Nach ca. 2 1/2Stunden und fast 20km und 1.000hm am Stück sind wir endlich oben. Geschafft!!! Jetzt soll es bis Tumbaco bzw. Quito nur noch bergab gehen. Und wir rollen los. Es wird wieder wärmer und nach weiteren 35km sind wir endlich in Tumbaco. Wir rufen bei Santiago an, hier können wir die nächsten Tage bleiben. Santiago bzw. seine Familie hat seit 20Jahren ein Casa de Ciclista (in etwa so wie Warmshowers, was wir zum Beispiel in Cuenca hatten). Wir werden sehr nett empfangen bekommen sogar ein Zimmer, brauchen unser „regenmüdes“ Zelt nicht aufbauen. Am Abend gönnen wir uns nach den Strapazen der letzten Wochen – allein in Ecuador in weniger als 3Wochen 1.140km und 21.600Höhenmetern in 16-Fahrtagen mit nur 3 Tagen Pause!! Ein bis zwei Pausentage seien uns hier gegönnt bis es weiter in Richtung Kolumbien geht&#8230;</p>
<p>58km , 4:05Std. , 1.033hm</p>
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		<title>Ecuador I: Macara &#8211; Cuenca</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 00:57:01 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dienstag,15.03.2011: Macara – El Limon; sonnig bei  45 Grad</strong></p>
<p>Im Zimmer verdrücken wir noch schnell eine Mango, eine der vielen, sie werden einfach nicht weniger. Dann starten wir, und stoßen noch im Ort auf den „Rey del Pan“ (den König des Brotes). Klar, hier müssen wir halten und noch schnell Frühstücken. <span id="more-445"></span>Aber der König des Brotes trägt seinen Namen zu unrecht. Leider. Eine große Katastrophe erwartet uns. Das Brot ist super schlecht und einen Brotaufstrich müssen wir aus einer ganz anderen Ecke des Ortes besorgen. Wie können Ecuadorianer überleben? Mir ist es ein Rätsel? Gut oder auch weniger gut gestärkt starten wir schon bei ordentlich Sonnenschein. Und Ecuador hält was es verspricht, gleich auf den ersten Kilomertern geht es in die Berge. Die letzten Monate geht es für uns jetzt immer gen Norden. Die nächsten Anlaufpunkte in Ecuador sind Loja, Cuenca, Riobamba, Banos, Puyo, Misahualli, Quito, Ibarra und mit Tulcan schließlich die Grenze zu Kolumbien. Aber erstmal geht es in Richtung Loja. Die Sonne knallt uns wie die letzten Tage mit gnadenlosen 45 Grad auf den Kopf. Aber im Schneckentempo bergauf ist das Ganze noch schlimmer. Nach 1 Stunde haben wir gerade einmal 7 Kilometer geschafft. Das ist mühsam. In einem kleinen Ort, Lamara, machen wir unsere Mittagspause. Zum Reis mit Huhn trinken wir bestimmt 2 Liter Cola. Dann quälen wir uns weiter die Berge rauf. Wenigstens die Landschaft entschädigt. Ecuadorist genauso wie man es sich vorgestellt hat. Alles schön grün mit vielen verschiedenen Vogelarten und hin wieder auch Kühe, Schafe, Schweine und Esel sowie ein paar Pferde die die Straßenränder säumen. Und so geht der Tag ins Land, ohne viele Kilometer, dafür mit unendlich vielen Trink- und Verschnaufpausen. Mittlerweile ist es 17.30 Uhr, höchste Zeit um an einen Schlafplatz zu denken und so fragen wir bei einem Bauernhof wie weit der nächste Ort ist oder ob es hier irgendwo die Möglichkeit zum Zelten gibt. Der Typ ist ein Arsch, und wäre der Tag nicht so anstrengend und wäre es länger hell, dann wäre ich umgekehrt und hätte ihm eine Reingehauen. Ich war wirklich wütend. Seine Aussage, der nächste Ort ist eine Std. Fußmarsch entfernt, aber alles flach. Das dürfte mit dem Rad ja kein Problem sein, aber es waren unzählige Kilometer bergauf, nach einem harten Tag und wir haben nochmal ca. 50 Minuten gebraucht. Egal, wir sind pünktlich mit der Dämmerung angekommen, und haben zwischendurch noch eine echte Tarantel gesehen, wie unheimlich. In dem Ort gibt es nicht mehr wie 5 Häuser, aber darunter eine Krankenstation. Gut, dort wollen wir Fragen. Innerlich auf eine Absage vorbereitet ergreife ich ehute die Initiative. „Hallo, wir kommen aus Deutschland und sind mit dem Rad hier. Wir sind sehr kaputt und es wird langsam dunkel und wir wissen nicht wo wir schlafen können, können wir unser Zelt vielleicht hier aufbauen und hier Übernachten?“ . Als Antwort kommt ein kurzes „Si. Kein Problem“. Wir gucken uns verwundert an und sind super glücklich. Noch besser, wir können unser Zelt sogar in einem großem Raum aufbauen, so brauchen wir keine Angst vor der Tarantel haben und sind noch dazu vor Regen geschützt. Kaum fertig mit dem Zelt dürfen wir auch noch die Dusche benutzen und bekommen ecuadorianisches Essen gekocht. Wir revanchieren uns mit Mangos. Gut das es in Ecuador nicht so super Mangos gibt wie in Peru. So können wir „Mila“ (o.ä.) und ihrere Tochter eine richtige Freude bereiten.</p>
<p>66 km, 1.720 hm, Fz: 5.45 Std.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mittwoch, 16.03.2011: El Limon – Vela Cruz; anfangs sonnig am Abend neblig bei 16-45 Grad</strong></p>
<p>Schon während des Packens tänzelt Christian von einem Bein aufs andere. Er muss mal, und damit beginnt das Drama. Nach ca. 10 Min. kommt er vom Klo, das Klo ist verstopft. Im gleichen Moment kommt Mila in die Küche. Christian beichtet. Wir bekommen trotzdem ein Brötchen und ein Glas Trinkjoghurt zum Frühstück. Wir staretn heute tatsächlich schon um 8 uhr morgens. Die Klinik bzw. Praxis sitzt schon voll mit Leuten, wie bei uns in Deutschland. Kaum zu Glauben, aber die ersten Kilometergeht es mal bergab. Das rollt. Im ersten Ort gönnen wir uns noch ein paar Kekse.Wir sind immernoch hungrig. Heute übernehme ich die Führung, Christian hat es erwischt, wie immer wenn wir das Land wechseln, er hat Durchfall und trottet heute tatsächlich hinter mir her.  Hin und wieder warte ich. Was für ein Gefühl! So wie gestern geht es weiter, immer aufwärts, stundenlang, um dann in Windeseile alles bergab zu Radeln und sich erneut die Berge hinauf zu quälen. Am Mittag erreichen wir endlich Catacocha, nach schon mehr als 1.000 Höhenmetern. Wir haben Durst und Hunger und sind beide fix und fertig. Also Pause, in Ruhe stärken und dann die nächste Etappe in Angriff nehmen. Der nächste Ort ist nur 20 km entfernt, aber wir brauchen nochmal fast 3 Stunden eh wir dort ankommen. Mittlerweile hat auch das Wetter komplett gewechselt. Hier in Vela Cruz haben wir Ecuadors Nebelwald erreicht. Es ist bereits 17 Uhr, das heisst in 1,5 Std. ist es dunkel. Weiterfahren trauen wir uns nicht, es ist nicht sicher ob wir den nächsten Ort bei Tageslicht erreichen, und Wildzelten bei dem Wetter ist mit unserem Zelt mittlerweile keine Freude mehr. Bei Regen tropft es nach den vielen Monaten an etlichen Stellen rein. Also fragen wir im Ort wo wir übernachten können. Der Ort ist nicht gerade einladend, und unser Zelt vor der Kirche aufstellen erscheint uns nicht sicher. Wir bekommen den Tipp, dass wir in der Kirche schlafen können, es heißt in ca. 1-1,5 Std. kommt der Kirchenmann und lässt uns rein. Das klingt gut. Schnell was anziehen, denn es ist mit 16 Grad im Nebel super kalt und super feucht. Wir warten und warten und als nach ca. 2,5 Std. die Kirchenglocken läuten, werden wir zwar mit Handschlag begrüßt, aber auch gleich wieder dumm stehen gelassen. Der Gottesdienst beginnt. Jetzt müssen wir den auch noch abwarten. Die Laune ist mittlerweile im Keller, aber als wir nach dem Gottesdienst so gegen 20.30 Uhr doch in einen Raum der Kirche gelassen werden sind wir froh zumindest nicht draussen schlafen zu müssen. Christian rennt nochmal los Wasser kaufen, damit wir wenigstens noch Kochen können, denn in der Kirche gibt es weder Wasser noch Toilette. Aber wir haben ein Dach über´m Kopf und schlafen frisch gestärkt ein.</p>
<p>53 km, 1.600 hm, Fz: 5:40 Std.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Donnerstag, 17.03.2011: Vela Cruz – Loja; Nebel/Sonne/Regen bei 10 – 45 Grad</strong></p>
<p>Wir stehen um 7 Uhr auf, verdrücken unsere letzten 2 Mangos und packen zusammen. Wir  starten um 8.30 Uhr bei richtigem Nebel, aber wenn die Nebelwand aufreisst, dann haben wir eine richtig tolle Aussicht. Da 2 Mangos nicht gerade ergiebig sind kriechen wir die nächsten 17 km nur so im Schneckentempo den Berg rauf bis der erste Kiosk kommt und wir Kekse kaufen können. Jetzt geht es die nächsten 15 km bis zum nächsten Ort tatsächlich nur bergab. Wir verlieren mehr als 700 hm. So schön wie es ist einfach mal rollen zu lassen, so blöd ist es auch zu wissen das wir das alles später wieder hoch müssen. Aber egal, jetzt wird in San Pedro nochmal gefrühstückt, diesmal Brot mit Käse, auch mal ganz nett, obwohl das Brot hier halt einfach nicht schmeckt. Die Auswahl an Lebensmitteln ist hier echt beschränkt und ich habe keine Lust mich die nächsten Wochen nur von Keksen und Nudeln mit Ketchup zu ernähren. Wir fahren weiter, nochmal 10 km bergab. Mittlerweile haben wir Catamayo erreicht, leider liegt es nur nur noch auf ca. 1.200 m, und unser Ziel für heute liegt ca. 1.000 m höher. Wir werden vorgewarnt. Die nächsten 20 km gehts nochmal hoch, dann 15 runter und wir sind in Loja. Na dann nichts wie los. Aber leider hat uns die Sonne wieder eingeholt und quält uns die ersten km den Berg hoch. Dann wird es glücklicherweise etwas kühler und erträglicher, aber ich bin echt ko. Die Berge tagtäglich rauben mir ganz schön die Kraft. Stetig bergan brauche ich alle 20 Minuten eine Pause von 10 Minuten.  Trotzdem kommen wir nach Stunden irgendwann oben auf über 2.500 m an. Puh, dann waren das mal eben 1.300 hm am Stück. Geschafft, nach ca. 3,5 Std. Glücklich wollen wir jetzt nach Loja reinkullernund ich glaube zum ersten Mal an diesem Tag das wir Loja tatsächlich noch erreichen. Wir brauchen unsere Jacken, es hat sich ganz schön abgekühlt, und als wir in die Stadt reinfahren beginnt es wie aus Eimern zu regnen. Schnell halten wir am ersten Restaurant und essen erstmal was. Dann als wir denken der Regen hat aufgehört wollen bzw. müssen wir schon allein wegen der Uhrzeit  die restlichen paar Kilometer in die Innenstadt fahren und dabei erwischt uns der Regen total. Nass bis auf die Haut checken wir im erstbesten und viel zu teurem Hotel ein. So ein Mistwetter und das auf den letzten Kilometern. Das ist wirklich gemein. Die Stadtbesichtigung verschieben wir auf morgen, heute nur noch schnell was essen und mit Bier und Chips ins Bett. Eins steht fest, Ecuador rockt, und das war erst der Anfang.</p>
<p>84 km, 1.845 hm, Fz: 6.30 Std.</p>
<p><strong>Freitag, 18.03.2011: Loja; sonnig bei 20 Grad</strong></p>
<p>Zum Frühstück gibt´s endlich wieder Haferflocken, auch wenn uns diese bald zu den Ohren wieder rauskommen, aber ewig Kekse kann ich zum Frühstück auch nicht sehen. Danach erkunden wir Stadt und Markthalle. An die Markthallen werde ich mich nie gewöhnen. Diese Gerüche dort führen bei mir auch nach 10 Monaten immer noch zum Brechreiz, aber Christian liebt sie nun mal, die Markthallen. Wir gönnenuns Kaffee und Obstsalat und später zum Mittag kehren wir beim Vegetarier ein. Das Essenist so mies das wir es beide stehenlassen und zum Frustessen mit Keksen in unserem Zimmer verschwinden. Der erste Eindruck von Ecuador ist sehr gemischt. Die Landschaft ist einzigartig, aber die Essgewohnheiten lassen zu Wünschen übrig, außerdem ist es sehr viel teurer als erwartet und mit dem Fahrrad mühsam die Berge zu erklimmen.Auch die Stadt Loja überzeugt nicht. Mal sehen was der zweite Eindruck sagt.</p>
<p><strong>Samstag, 19.03.2011: Loja &#8211; Saraguro; Regen, Wolken bei 13-24 Grad</strong></p>
<p>So wir wir in Loja angekommen sind, so verlassen wir es auch wieder. Bei Regen. Und noch dazu verfahren wir uns. 10 km umsonst, d.h. kostbare Zeit verschenkt. Ob wir es heute trotzdem nach Saraguro schaffen? Als der Regen weniger wird finden wir den richtigen Weg. Natürlich geht es wieder bergauf, für Stunden, aber eigentlich lässt es sich einigermaßen fahren. Auch heute beeindruckt die Landschaft, dafür kommt der erste Ort fürs Mittagessen viel zu spät. Aber wenigstens kommt einer mit einem Kiosk. Es geht ein Stück bergab und wieder stetig bergauf und in einem kleinen Ort findet ein Motocross-Rennen statt. Die Menschen stehen in einer Traube zusammen und alle schauen begeistert zu. Auch wir, denn die Menschen hier, die Saraguros, stammen eigentlich aus Bolivien vom Titicacasee und wurden damals von dort zwangsumgesiedelt. Aber bis heute haben sie ihre Traditionen erhalten. Man erkennt sie sofort, zum einen an der Kleidung und zum anderen an ihrem indigenen Aussehen. Aber als ein wir ein Schild sehen, „Saraguro 20 km“ sind wir doch ein bißchen platt. Wir dachten wir hätten es fast geschafft, und natürlich geht es noch ordentlich bergauf. Aber erst stärken wir uns nochmal mit Keksen und warten den Schauer ab. Mir reicht es langsam mit dem ewigen bergauf Fahren, ich möchte langsam ankommen, aber auch das Wetter kennt keine Gnade. Als wir den über 3.000m hohen Pass erreicht haben und nur noch runterkullern ist es so neblig, dass wir Angst haben am Ort vorbei zu sausen. Man sieht die Hand vor Augen kaum. Aber schon beim durchfahren des Ortes und beim Suchen eines Hostals hat man ein gutes Gefühl hier in Saraguro. Kurz vor dem Ort treffen wir noch auf eine Polizeikontrolle, aber man kennt das ja, „die Polizei dein Freund und Helfer“ und so rufen die Jungs uns nur zu: „Don´t give up“. Und genau an diese Worte werde ich wahrscheinlich noch oft denken. Im Hostal heiß Duschen, dann schnell raus fürs Abendbrot einkaufen und schnell zurück aufs Zimmer und Essen. Ich bin heut total geschafft und während Christian noch „Deutsche Welle“ im Fernsehen guckt schlafe ich schon um 21 Uhr ein.</p>
<p>85 km, 1.845 hm, Fz: 6.30 Std.</p>
<p><strong>Sonntag, 20.03.2011: Saraguro -Susudel; erst sonnig später Regen bei 13-24 Grad</strong></p>
<p>Aufstehen, Frühstücken und schnell Yusammenpacken, denn heute ist Markttag in Saraguro. Wie gestern schon beim Reinfahren gefällt uns der Ort auch heute noch mehr als gut. Der Markt ist klasse, und wenn wir nicht weiter müssten, hätten wir den Tag locker hier verbringen können. Weil es mit den Rädern ein schweres vorwärtskommen ist auf dem Markt passe ich auf die Räder auf während Christian die Einkäufe erledigt. Sofort gesellen sich ein paar Kinder zu mir und fragen mir Löcher in den Bauch. Auch die Polizisten von gestern sind hier und geben uns ein paar tolle Tipps, und das sogar auf Englisch. Als wir letzendlich starten ist es bereits 11 Uhr. Es geht heute sehr schleppend voran, ich bin total kaputt, die Berge schaffen mich und ich brauche die erste Pause bereits nach weniger als einer Stunde. Aber auch Christian kommt nicht in Tritt. Und so schleppen wir uns voran bis nach endlosem berauf eine steile Abfahrt nach Ona kommt. Hier im Restaurant kehren wir ein. Ich brauche was zu Essen, Christian begnügt sich mit Kaffee und wir kommen mit einem sehr netten LKW-Fahrer, den wir auf der steilen Abfahrt gerade überholt haben ins Gespräch. Er ist sehr interessiert an unserer Kultur, stellt viele Fragen und so haben wir zum Essen wirklich nette Unterhaltung. Aber auch nach dem Essen kommen wir nicht so richtig in Fahrt. Irgendwie ist heut der Wurm drin, und als es dann noch anfängt zu regnen versuchen wir im Schutz von einpaar Bäumen Unterschlupf zu finden. Der Regen verarscht uns wieder. Es wird weniger und wir fahren weiter, und natürlich wird es dann wieder mehr. Nach ein paar weiteren mühsamen Kilometern finden wir eine überdachte Hütte. Perfekt denken wir und stellen uns unter. Es regnet mittlerweile in Strömen und fängt auch langsam an zu dämmern, wir haben also im Grunde auch keine andere Wahl und müssen hier Übernachten. Auf den ersten Blick alles super, aber dann entdeckt Christian Flöhe. Das erste Mal in meinem Leben sehe bzw. habe ich Flöhe. Aber was sollen wir machen? Wir können es nicht ändern. Zum Essen wird Regenwasser gesammelt, eine Trinkflasche ist in ca. 4 Minuten voll, das geht schnell, und nachdem die Flöhe im Zelt gekillt sind lässt es sich auch ein paar Stunden schlafen.</p>
<p>58 km, 1.260 hm, Fz: 4.25 Std.</p>
<p><strong>Montag, 21.03.2011: Susudel – Cuenca ;erst sonnig später regnerisch und kalt bei 8- 30 Grad</strong></p>
<p>Wir wachen gegen 6.30 Uhr auf, frühstücken und packen so schnell wie möglich zusammen und versuchen so wenig Flöhe wie möglich mitzunehmen. Es gelingt. Am ersten Kiosk decken wir uns mit Wasser ein, die Sonne scheint und können keine Flöhe mehr an uns finden. Puh Glück gehabt. Vor uns liegt ein 3.500 m hoher Pass. Das wissen wir. Aber heute rollt es sich richtig gut ein, im Gegensatz zu gestern. Welch ein Glück. Das es bergauf geht ist klar und mittlerweile ist man routiniert. Nach den ersten 30 km die erste richtige Pause mit Keksen und Saft. Wir sind jetzt schon auf über 3.000m. Und klar wissen wir das es weiter bergauf geht, denn der Pass wartet. Witer und immer weiter schlägt das Wetter komplett um. Wir fahren wieder durch Nebelschwaden und die Temperaturen sinken um mindestens 10 Grad. Auf 3.300m kommt auf einmal eine kleine Abfahrt, und ich denke nur bitte bitte jetzt nicht runter und dann wieder alles hoch, aber Gott sei Dank bleiben wir fast auf Höhe. Es fängt an zu regnen und wird noch kälter, aber keiner will jetzt anhalten um was anzuziehen. Wir wollen nur endlich oben auf dem Pass sein, und wieder kommt eine kleine Abfahrt. Mein Gott, wenn das so weitergeht kommen wir nie oben an. Und wieder qäulen wir uns hoch, und wieder kommt kein Pass, wir sind auf über 3.400m, aber nach der nächsten steilen Abfahrt ist klar, das muss es jetzt gewesen sein. Und so ist es auch. Nach mehr als 50 km bergauf, aber bei Nieselregen und weniger als 10 Grad macht so eine fette Abfahrt auch keinen Spaß. Wir sausen super dolle frierend ca. 14 km den Berg runter, verlieren dabei mehr als 700hm, die Finger bzw. Hände sind kaum noch zu spüren und wir warten sehnlichst auf den nächsten Ort und den nächsten Kaffee zum Wärmen. Der nächste Ort kommt, Cumbre, aber wir finden nur einen Kiosk mit einer kleinen Sitzgelegenheit. Was solls? Schnell sind warme Sachen angezogen und Kekse gekauft. Puh war das anstrengend. Es ist fast 16 Uhr und bis Cuenca sind es noch 20 km, schaffen wir das heute noch? Nicht wenn es nochmal kräftig bergauf geht. Egal, hier wollen wir nicht bleiben. Es wird wärmer, 16 Grad, und nieselt nur noch leicht, noch dazu meint die Straße es gut mit uns und so geht es bis Cuenca schnell voran auf leicht abfallender Straße. Was für eine Abwechslung. Wir erreichen Cuenca gegen 17 Uhr und fragen uns zum Zentrum durch. Dort angekommen rufen wir Gerard an, wir kennen ihn aus dem Internet. In ein paar Wochen geht er selbst mit seinem Rad auf Tour. Er holt uns in der Stadt ab denn wir können umsonst bei ihm Schlafen. Cuenca gefällt uns schon auf dem ersten Blick. Es ist relativ ruhig, auch der Verkehr und mit den vielen Kirchen ist die Stadt echt eine Augenweide. Aber für heute wollen wir nur noch Duschen und endlich was vernünftiges Essen. Und so wird es mal wieder ein super netter Abend. Gerard verwöhnt uns mit Spezialitäten aus seiner Heimat, Katalonien.</p>
<p>96 km, 1.620 hm, Fz: 7.05 Std.</p>
<p><strong>Dienstag, 22.03.2011 + Mittwoch 23.03.2011: Cuenca; sonnig bei ca. 20 Grad</strong></p>
<p>In einer Woche in Ecuador sind wir knapp 450 km mit fast 10.000 Höhenmetern gefahren. Jetzt erholen wir uns 2 Tage in Cuenca und genießen die Stadt. Wir fühlen uns sauwohl hier, in der Stadt und auch bei Gerard unserem Gastgeber. Wie immer an solchen Tagen bummeln wir durch die Stadt, trinken Kaffee und gehen billig Mittagsmenüs essen. Cuenca ist die mit Abstand schönste Stadt Ecuadors, bis jetzt, und ich kann mir vorstellen, dass das auch so bleibt. Für uns ist die Stadt das „Cusco“ Ecuadors.</p>
<p>Aber morgen geht es weiter, wieder in die Berge und eins ist klar: We don´t give up!</p>
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		<title>Peru II: Cusco-Macara (Ecuador)</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Mar 2011 03:28:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jennie</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mittwoch, 09.03.2011: Cusco; sonnig bei ca. 20 Grad Auch mal schön, Ausschlafen, Aufstehen und einfach zum Frühstück gehen. In unserer Hospedaje haben wir ausnahmsweise mal Frühstück dabei. Und noch dazu gibt es zu den Brötchen sogar ein Ei. Das Überzeugt. Und weil wir Cusco ja schon kennen und mögen sind wir den ganzen Tag auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mittwoch, 09.03.2011: Cusco; sonnig bei ca. 20 Grad</strong></p>
<p>Auch mal schön, Ausschlafen, Aufstehen und einfach zum Frühstück gehen. In unserer Hospedaje haben wir ausnahmsweise mal Frühstück dabei. Und noch dazu gibt es zu den Brötchen sogar ein Ei. Das Überzeugt.<span id="more-435"></span> Und weil wir Cusco ja schon kennen und mögen sind wir den ganzen Tag auf Achse. Gucken, was ist neu,was ist alt und was kennen wir noch und was noch nicht. Zwischen Mittagessen beim Vegetarier und Submarine (heiße Milch mit Schokolade) im Chocomuseum erkundigen wir uns über Touren nach Machu Pichu und Flüge nach Piura in den Norden Perus. Wir müssen Peru leider überspringen, der Flieger in Caracas (Venezuela) wartet nicht auf uns. :-).</p>
<p>Aber nachdem wir verschiedene Tourenanbieter abgeklappert haben beschließen wir wieder auf Machu Pichu zu verzichten und bereits übermorgen weiterzufliegen. Machu Pichu ist bestimmt grandios, aber da sollen sich lieber die anderen Touris abzocken lassen, für uns ist so eine organisierte Tour nichts, und für Machu Pichu auf eigene Faust fehlt leider die Zeit.</p>
<p>Ansonsten genießen wir Cuscos Flair, genau wie damals, einfach angenehm hier zu sein, und das trotz all der vielen anderen Touristen.</p>
<p><strong>Donnerstag, 10.03.2011: Cusco; anfangs sonnig später Regen bei 14-18 Grad</strong></p>
<p>Heute heißt es Flug buchen, alle möglichen Vorbereitungen treffen, wie Fahrräder in Kartons verpacken und nochmal durch die Stadt schlendern. Die Stimmung ist irgendwie seltsam, das Verpacken der Räder und das Buchen der Flüge (Cusco – Lima, Lima &#8211; Piura)hat irgendwas von Aufbruchstimmung, und in Aufbruchstimmung sind wir doch eigentlich nochgarnicht. Immerhin haben wir noch 2,5 Monate und die Länder Ecuador, Kolumbien und ein Stück Venezuela vor uns.</p>
<p>Am Abend ziehen wir nochmal los. Unser Vegetarier ist so günstig, das selber Kochen teurer wäre. Also essen wir ein Abendmenü und tingeln danach voller Aufregung in unsere Lieblingsstammkneipe von damals. Wir wollen zum Abschied wie früher eine Flasche Wein killen und uns den Magen mit Nachos vollschlagen. Aber schon beim eintreten stellen wir verwundert fest, irgendwie ist hier alles anders. Ich bin mir auch sicher, dass die Kneipe damals ca. 2 Eingänge weiter war. Egal, wir setzen uns. Dann der Blick in die Karte, es gibt keinen Wein mehr, dafür ist Happy Hour, 2 Cocktails zum Preis von 1. Total Perplex entscheiden wir uns für Caipis, und natürlich Nachos, denn die gibt es noch. Wir lachen uns tot, aber auch die Gemütlichkeit von damals ist gewichen. Was geblieben ist, sind die super leckeren Nachos, aber nach den Caipis ziehen wir weiter. Und finden eine neue Lieblingskneipe, das Le Frog . Wir fackeln nicht lange und gönnen uns nochmal Caipis, aber für weitere Nachos reicht das Geld nicht. Danach torkeln wir immernoch verwundert, aber glücklich beschwipst nach Hause.</p>
<p><strong>Freitag, 11.03.2011: Cusco – Lima; gefangen im klimatisierten Flughafen</strong></p>
<p>Der Wecker klingelt um 6 Uhr. Das ist früh, aber in Windeseile ist alles gepackt, eine Mango verdrückt und ein halber Tee in Hals geschüttet. Dann steht auch schon das Taxi vor der Tür. Am Flughafen will der Fahrer statt 7 Sol auf einmal 15 haben, für das viele Gepäck. So ein Arsch. Der nächste hilft beim Ausladen und bringt das Gepäck in die Flughafenhalle, für 2 Sol. Dafür klappt das einchecken ohne Probleme. Wir haben 32 KG Übergepäck, das macht nochmal 48 USD. Die Kohle geht weg wie nichts. Wahnsinn. Wir landen pünktlich 10.20 Uhr in Lima. Hier geht das gleiche Spiel weiter. Wir wollen unser Gepäck für den nächsten Flug aufgeben und fragen bei StarPeru nach. Einchecken nur am Tag des Flugs möglich. Na super, unser Flug geht morgen früh um 5.45 Uhr. Aber es gibt eine Gepäckaufbewahrung. Was haben wir auch für eine Wahl? Wieder werden wir total abgezockt, die Gepäckaufbewahrung kostet nach Rabatt für uns noch 100 Sol (25 €). Ein Dukatensch&#8230; wäre jetzt gut. Die Fahrt in die Stadt für 25 Sol für eine einfache Fahrt schenken wir uns. Dafür wird der Flughafen erkundet, und was soll man den ganzen Tag am Flughafen machen? Natürlich Essen und ordentlich Geld ausgeben. Es gibt Pizza zum Mittag, Eis zum Nachtisch, dann irgendwann Kaffee, später zum Abendbrot wieder Pizza und in der Nacht nochmal Kaffee. Zum Glück gibt es Internet. Wir träumen davon endlich einen Haufen E-Mails zu beantworten bzw. zu Schreiben, genug Zeit haben wir ja, aber aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen kommen wir seltsamerweise nicht an unsere E-Mails bzw. unsere Internetseite ran. Was für ein Mist.  Aber irgendwie kriegen wir die Nacht dann doch rum.</p>
<p><strong>Samstag, 12.03.2011: Lima – Piura – Sullana; Sonne satt bei mehr als 45 Grad</strong></p>
<p>Pünktlich 2 Std. vor Abflug stehen wir mit unserem Gepäck in der Schlange zum Check in, bezahlen unsere 48 USD fürs Übergepäck und gönnen uns den letzen Kaffee mit Keks bei Starbucks. Dann gehts ab in den Flieger und nach Zwischenlandung in Chiclayo landen wir pünktlich um 8:30 Uhr in Piura. Der Flughafen in Piura ist super klein, total ruhig und angenehm. Die wartenden Taxifahrer bilden einen kleinen Kreis um Christian und beobachten interessiert wie er die Fahrräder montiert. Wir sind super müde, mir kommt es eher vor wie abends um 8.30 Uhr und nicht am Morgen. Selbst so früh am Morgen ist es hier schon ganz schön warm. Das Klima hat komplett gewechselt. Obwohl wir eigentlich ein Bett zum Schlafen brauchen beschließen wir noch die ca. 50 km bis Sullana zu fahren. Im Grunde liegt ja noch der ganze Tag vor einem. Aber erst müssen wir uns einen Weg durch Piuras Innenstadt bahnen. Die Stadt ist ganz anders als der Flughafen vermuten ließ. Hier herscht das absolute Verkehrschaos. Überall sind Autos und Menschen auf der Straße. Es ist einfach schrecklich. Am Supermarkt stärken wir uns noch schnell und so ist es mittags eh wir letzendlich loskommen. Die Sonne knallt mit mehr als 45 Grad ohne Gnade auf unsere Köpfe. Chnace auf Schatten gibt es hier nicht. Um uns herum nichts als  trostlose Wüste. Das ist echt der absolute Wahnsinn. Und als wir nach ca. 2,5 Std. endlich ankommen sind wir total am Ende. Wir suchen uns ein Zimmer, gehen Duschen und legen uns erstmal 2 Std. hin. Selbst mit Ventilator im Zimmer ist die Hitze kaum erträglich. Nach 2 Std. muss ich Christian wachrütteln. Wir müssen nochmal raus, einen kleinen Gang machen und ein paar Fressalien für heute Abend einkaufen. Völlig schlaftrunken torkeln wir durch die Stadt und fühlen uns alles andere als wohl. Überall wird man blöd angegafft, angenehm ist das nicht. Nach ca. 45 Min. sind wir zurück auf dem Zimmer, stärken uns für die Nacht, quatschen kurz und fallen wieder in einen tiefen Schlaf.</p>
<p>45 km, 180 hm, Fz: 2.25 Std.</p>
<p><strong>Sonntag, 13.03.2011: Sullana – Las Lomas; pure Sonne bei mehr als 45 Grad</strong></p>
<p>Christian schläft und schläft während langsam die Sonne durchs Fenster krabbelt. Schon allein beim rumsitzen läuft einem der Schweiß den Rücken runter. Es ist schon wieder warm ohne Ende. Wir starten um 10.30 Uhr bei schon brütender Hitze. Das gleiche Spiel wie gestern, an jeder nur möglichen Bude halten wir und trinken Cola bzw. Inka-Cola. Und so scvhleppen wir uns immer weiter voran. In einem kleinen Ort wollen wir Mangos kaufen, aber finden keinen Verkaufsstand, und dass wo wir schon überall Mangobäume gesehen haben. Wir fragen eine Frau nach Mangos. Kaufen könnt ihr die hier nicht, aber da drüben sind Bäume, pflückt Euch welche. Wie cool ist das denn? Pflücken ist ja noch viel besser als kaufen! Wir bekommen Verstärkung beim Pflücken und fahren nach dem Genuss von frisch gepflückten Mangos bestimmt mit mindestens 6 kilo Mango-Mehrgepäck weiter.</p>
<p>Nächster Kiosk, nächste Trinkpause. Man kann garnicht soviel  Trinken wie man ausschwitzt und so müssen wir ungelogen den ganzen Tag nicht ein einziges Mal Pullern. Als wir wieder völlig fix und fertig kurz vor Dunkelheit in Las Lomas ankommen hat keiner von uns beiden Lust auf Kochen. Und kurzerhand landen wir beim Chinesen und essen Reis mit Gemüse. Das heißt ich esse, und es ist wirklich lecker. Christian bekommt kaum einen Bissen runter, die Hitze hat ihn geschafft. Aber als er seine Portion später im Bett dann doch noch verdrückt bin ich froh. Ist also doch alles wieder gut!</p>
<p>Die Temperaturen sind für uns echt gewöhnungsbedürftig, gerade weil wir ja im Grunde vor 2 Tagen noch bei kühlen 18 Grad in Cusco gesessen haben. Aber ich bezweifele ob man sich an 45 Grad ohne Schatten überhaupt gewöhnen kann!?</p>
<p>86 km, 540 hm, Fz: 4.45 Std.</p>
<p><strong>Montag, 14.03.2011: Las Lomas – Macara (Ecuador); sonnig bei 45 Grad</strong></p>
<p>Wieder kommen wir erst um 10 Uhr los. Die Sonne wartet schon auf uns. Was für eine Hitze. Das ist verrüpckt, ich könnte hier nicht leben. Wieder nutzen wir jede Gelegenheit zum Trinken. Die Nähe zu Ecuador macht sich langsam bemerkbar. Die Landschaft wird grüner und grüner und immer hügeliger. Nicht selten sieht man Leguane totgefahren auf der Straße oder kleine Schlangen.</p>
<p>Im letzten Ort vor der Grenze La Tina schaffen wir es tatsächlich unser letztes peruanisches Geld auszugeben, natürlich für Getränke. :-). Und so gehen wir tatsächlich mit 0,00 peruanischen Sol über die Grenze nach Ecuador. Die Grenze ist eher langweilig, ein Brücke verbindet beide Lönder miteinander, aber dafür sind die Beamten dort sehr nett. Verwundert schauen sie in den Pass und fragen wie wir in nur 11 Tagen eine Süd-Nord-Querung in Peru geschafft haben. Und ja, da müssen wir zugeben, daß wir den Flieger genommen haben. Alle lachen. Aber wir haben halt nur 1 Jahr Zeit und irgendwie ist die Zeit wie im Flug vergangen und jetzt haben wir nur noch 2,5 Monate um nach Caracas (Venezuela) zu kommen.  Wir kullern noch ca. 3 km in die Stadt, begrüßen Ecuador und beschließen in Macara zu bleiben. Schnell ist ein Zimmer für 10 USD ohne Bano gefunden und nach einer kalten Dusche gehen wir direkt in die Stadt. Und tatsächlich stoßen wir schon gleich auf Ecuadors Spezialiäten, Empanadas de Verde (Kochbananen-Empanadas). Wir müssen gleich probieren und sind total begeistert. Und nebenbei ergibt sich ein nettes Gespräch mit der Familie des Ladens. So macht das Essen noch mehr Spaß. Dann noch schnell ein paar Sachen einkaufen, der Ort überzeugt sonst nicht, und zurück ins Zimmer. Nach Nudeln mit Ketchup, es gibt keine Tomatensoße, fallen wir bald ins Bett. Nach der Hitze am Tage ist man abends mehr als platt.</p>
<p>61 km, 790 hm, Fz:3.45 Std.</p>
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		<title>Peru I Grenze hinter Copacabana &#8211; Cusco</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 02:10:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Donnerstag, 03.03.2011, Copacabana – Juli , sonnig  bei 18 – 25Grad Kurz hinter Copacabana erreichen wir die Grenze zu Peru. Wie beim bolivianischen als beim peruanischen Grenzposten erfolgt alles mal wieder ohne Probleme.  Eigentlich ändert sich nicht viel – die Häuser und Landschaft – alles wie in Bolivien. Ausser,dass die Tuck-Tucks (3-rädrigen Motorräder) und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Donnerstag, 03.03.2011, Copacabana – Juli , sonnig  bei 18 – 25Grad</strong></p>
<p>Kurz hinter Copacabana erreichen wir die Grenze zu Peru. Wie beim bolivianischen als beim peruanischen Grenzposten erfolgt alles mal wieder ohne Probleme.  Eigentlich ändert sich nicht viel – die Häuser und Landschaft – alles wie in Bolivien. Ausser,dass die Tuck-Tucks (3-rädrigen Motorräder) und die Fahrradrikschas in Scharen unterwegs sind.<span id="more-425"></span> Das restliche Fahrzeugaufgebot bleibt:  ausschliesslich Autos und Minibusse aus Fernost. Trotzdem reisen wir mit Vorurteilen ein. Zu viele andere Radler haben die  Menschen hier als unfreundlich gegenüber Reisenden beschrieben.  Wir versuchen weiter freundlich zu sein. Bis auf einige Ausnahmen, wo uns Rufe wie „Plata“ (Geld), „rico“ (reich) oder „Gringo“ (eigentlich ein Schimpfwort ) entgegenhallen, sind die Leute wirklich freundlich. Wir treffen ein anderen Radler – Paul aus den USA, ist in Alaska vor 1,5Jahren gestartet ist in Richtung La Paz unterwegs.</p>
<p>Mittags halten wir an einer Markthalle, wo warmes Essen – das Tagemenu – zum günstigen Preis angeboten wird. Es gibt Trucha (Forelle) oder Fleisch. Wir entscheiden uns für das vegetarische Gericht , irgendwie fritierter Käse und Kartoffeln, für gerade einmal ca. 1,25Euro recht preiswert. Geschmacklich ganz passabel, wobei man mit der Käsescheibe auch sich die Schuhe hätte besohlen können.</p>
<p>Kurz darauf ein für mich „denkwürdiger“  Augenblick –  10.000km in Südamerika auf dem Tacho. Ein kurzes Fazit auf mein Bike gesehen (wir beide habe unterschiedliche Tachostände, da wir uns zum Beispiel im letzen August „getrennt“ hatten) :</p>
<p>-          1x Bremsklötze vorn und hinten gewechselt</p>
<p>-          1x Griffe gewechselt</p>
<p>-           1x Ölwechsel bei der „Rohloffnabe“</p>
<p>-          4x Reifenpanne</p>
<p>-          1x Reifenwechsel vorn wegen „gefühlter“ Unwucht</p>
<p>Da wir noch peruanische Soles tauschen müssen, bleiben wir heute in der Stadt Juli, in den darauffolgenden Orten,sagt man uns, wäre es nicht möglich. Wir nehmen uns ein Zimmer,stellen fest, dass die Unterkünfte in Bolivien preismässig unschlagbar sind. Gestern noch im Hotel für ca. 5,50Euro richtig nobel übernachtet, gibts jetzt für ein bisschen mehr Geld doch soviel weniger.  Über das eigene Bad sind wir denoch froh, da mein Magen mit der Käselederscheibe nicht viel mit anfangen kann und bei dieser Art Nahrung rebelliert.</p>
<p>Den Rest des Tages bummeln wir durch die Stadt und schlagen uns die Mägen mit Wassermelone, Mangos und Avocados voll. Preislich unschlagbar, z.b. eine Mango kostet um die 0,10-0,15Euro, die Wassermelone ca. 0,75Euro. Auch sonst ist die Stadt recht nett, hat architektonisch aus der Kolonialzeit so einiges zu bieten. Am neugierigen Verhalten der Bewohner erkennen wir, dass es nicht viele Touristen hierher verschlägt.</p>
<p>64km, 3:45h, 465hm</p>
<p><strong>Freitag, 04.03.2011, Julia – Puno , früh regen, dann vorwiegend sonnig bei 8 – 23Grad</strong></p>
<p>Wir kommen sehr früh los. Unser Vorteil ist, dass wir immer noch nach bolivinanischer Zeit rechnen, und die geht eine Stunde vor. Trotz anfänglichem Regen kommen wir super voran. Nach 2Stunden Fahrtzeit haben wir  schon 50km auf dem Tacho. Puno erreichen wir schon zur Mittagszeit. Wir suchen das Hotel, was uns Max (kennen wir vom Internet-Forum „warmshowers“ – hier kann man als Radler bei anderen Radlern übernachten – ähnlich „Casa de Ciclista“, wie bei Cristian in La Paz) empfohlen hatte. Radler bekommen hier Extrakonditionen. So bekommen wir ein Doppelzimmer mit eigenem Bad, Kabel-TV (naja ist nun mal dabei) und sogar Internet für 35 Soles, ca. 9Euro. Regulär liegt der Preis bei 80Soles! Im hotel bietet ma n uns eine 2Stunden-Tour zu den berühmten Schilfinseln auf dem Titikakasee an. Da der Preis unschlagbar ist, buchen wir und sitzen 3Stunden später auf einem Boot in Richtung Uro-Inseln. Das ganze ist zwar absolut touristisch aufgezogen, was nicht unser Ding ist – aber heute gehen wir in die Vollen. Trotz der Vermarktung dieser Inseln, ist die Tour einschliesslich der Führung sehr interessant und wir bereuen es nicht, auch wenn die „Show“ der Inselbewohner doch teilweise recht albern wirkt – wahrscheinlich denken diese aber genauso über uns Touris!!</p>
<p>85km , 3:55h, 290hm</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Samstag,  05.03.2011: Puno – Pucara, meist sonnig , am Nachmittag Rgenschauer bei ca. 16- 25 Grad</strong></p>
<p>Die Ausfahrt aus der Stadt gestaltet sich am Morgen als relativ chaotisch. Der eine sagt „Da gehts lang“ – die Räder einen steilen Berg hochgehievt, da sagt die nächste „Nein da geht s wieder runter“. Irgendwann finden wir raus aus der Stadt und erreichen nach 45km Juliaca (fast 200.000Einwohner). Wir müssen einmal quer durch die Stadt, wühlen uns durch das trotzdem geordnete Chaos von Fahrradtaxen, Tuck-Tucks und Bussen. An einer Kreuzung kommt ein Polizist auf uns zu, fragt uns kurz aus, und macht für uns die Bahn frei. Danke dafür!Dann weiter an endlosen Märkten sind wir irgendwann raus aus der Stadt, wir hätten uns diese Stadt schlimmer vorgestellt.</p>
<p>Mit Juliaca haben wir den Titikakasee endgültig verlassen. Trotzdem begleiten uns links und rechts der Strasse weiterhin die gewohnten Weideflächen für Rinder,Schafe und Schweine. Dazu gemischt diese Blumen im intensiven Gelb. Stellt sich die Frage, ob diese Farbvielfalt ausschliesslich in der Regenzeit zu bewundern ist.</p>
<p>Als wir unser vermeintliches Tagesziel , Pucara ansteuern, halten wir auf eine Gewitterfront zu. Es blitzt und donnert zwar in unserer Fahrtrichtung, zum Glück erreichen wir Pucara aber trocken und wohlbehalten. Glücklich darüber bleiben wir gleich bei der erstbesten Unterkunft „hängen“. Hier sind auch 5andere Radler eingekehrt – aus Japan. Die sind auch in La Paz mit Ziel Cusco  gestartet, haben aber die Westroute um den Titikakasee gewählt. Von dort gehts mit dem Bus nach Lima und dann zurück nach Hause.</p>
<p>Der Ort erscheint nett – zumindest strahlen die Leute eine gewisse Freundlichkeit aus. Wir gehen zur Plaza, schauen uns die Kirche an, als wir ein Wegeschild eines Museums sehen. Dort angekommen steht der , ich denke ,Besitzer vor der Tür. Wir sind die Einzigen, bekommen trotzdem eine Führung und sind wirklich begeistert. Ein kleines Museum mit vielen Highlights, zum Beispiel 3 Mumien aus der Inkazeit. Zum anderen halten die Leute hier sich Vicunas – eine Wildform der Alpakas (Lamaart), absolut zahm. Diese Tiere konnten wir schon während unserer Tour durch den Salar de Uyuni (Bolivien) im letzten August sehen, jedoch nur aus einiger Entfernung.  Da wir zum ersten keine Kamera dabeihaben, zum zweiten es schon dunkel ist – bietet uns der Besitzer an, morgen früh noch einmal vorbeizukommen.</p>
<p>113km , 5:40h , 480hm</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Sonntag, 06.03.2011: Pucara – Aguas Calientes ; meist sonnig mit kaltem Wind, am Nachmittag Nieselregen bei ca. 8- 25 Grad</strong></p>
<p>Schon um 6.00Uhr stehen wir auf. Die Japaner sind auch schon rege beim Packen. Mit den bepackten Rädern fahren wir vorher noch schnell ins Museum , wir wollen die Vicunas aus nächster Nähe fotografieren. So eine Gelegenheit hat man nicht oft. Die beiden Typen vom Museum sind erfreut, dass wir wirklich noch vorbeikommen. Die 3 Vicunas sind wirklich handzahm, trotzdem bleibt immer der Hintergedanke, dass die Viecher ja auch spucken könnten.</p>
<p>Dann gehts wieder auf die Strasse, wie all die anderen Tage schon fast immer auf der Ebenen. Nach 31km erreichen wir Ayaviri. Da wir dringend wieder unseren Mangobedarf sichern müssen, biegen wir in die Stadt ab. Kurz darauf dürfen wir einen Karnevalsumzug erleben. Ich zücke sofort die Kamera und lege los.Aber auch einige Beteiligten vom Umzug legen jetzt auch los und stürmen auf mich zu und es geht los. Mit Schaum- oder Schneespray bearbeiten sie mich. Ich bin so überrannt, zum Glück kann ich die Kamera noch vor dem Anschlag „retten“.  Alle vorbeigehenden Leute lachen sich kaputt. Nun gut, Schaum abgewischt und weiter gehts auf die Plaza. Hier ist richtig was los, mit Umzug und Marsch und Markt. Hier trifft sich heute die ganze Stadt und feiert. Man besprayt sich, bewirft sich mit Konfetti  oder buntem Pulver oder bespritzt sich mit Wasser. Wir müssen auch hier aufpassen, einmal Opfer reicht zumindest mir.</p>
<p>Wir können dem Trubel weitestgehend unbeschadet entflüchten. Am Nachtmittag in Santa Rosa erwartet uns wieder das gleiche Treiben. Auch hier ist die ganze Stadt in Aufruhr.</p>
<p>Ab Santa Rosa fahren wir in Richtung des Passes Abra La Raya, mit 4.338m der bisher höchste Pass unserer Tour. Wir fahren direkt in eine Schlechtwetterfront  rein, hinten in den Bergen blitzt und donnert es. Wir ziehen unser Regenzeug an, man kann ja nie wissen! Aber auch heute haben wir wieder Glück mit dem Wetter.Wir haben zwar Nieselwetter, werden aber  von Gewitter und Starkregen verschont. Kurz vor der Passhöhe treffen wir einen Radler – Fernandez aus Uruguay. Die Verständigung ist miserabel – entweder hat der Typ einen Sprachfehler, oder wir haben in 9Monaten Südamerika wirklich kein Wort spanisch gelernt. Natürlich tippen wir auf erstes..</p>
<p>Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir endlich den Pass-neuer Höhenrekord: 4.338m über Null. Der Aufstieg ist sehr moderat, jedoch aufgrund der Höhe trotzdem anstrengend. Zum anderen hat Jennie ihre 10.000km in Südamerika auf dem Tacho. Das Fazit für Jennies Bike nach 10.000km:</p>
<p>-          2 mal Kettenwechsel</p>
<p>-          1 Kettenblatt (vorn) gewechselt, wegen günstigerer Bergübersetzung</p>
<p>-          1x Bremsklötze hinten neu</p>
<p>-          2x Griffe gewechselt</p>
<p>-          1x Innenlager gewechselt</p>
<p>-          1xÖlwechsel „Rohloffnabe“</p>
<p>-          1x Reifenpanne</p>
<p>-          Rahmenreparatur</p>
<p>Dann gehts endlich bergab. Jetzt erwischt es Jennie, aus einem vorbeifahrendem LKW wird auch Schaumspray gesprüht. Und er trifft Jennie. Ist zwar nicht nicht die Menge wie bei mir am Morgen, aber  nun hat es wenigstens uns beide erwischt.</p>
<p>Kurz darauf erreichen wir  Agua Calientes (Heisses Wasser – Thermalquellen), was auf den ersten Blick sehr ernüchternd aussieht. Nun gut man kann direkt an den Quellen übernachten im , naja, sehr einfachen Zimmer. Aber das Gute ist, wir können noch ein Bad im über 40Grad warmen Wasser nehmen.  Später sollen wir feststellen, dass Warmwasser ausreichend da ist,aber auf der Toilette gibts noch nicht einmal fliessend Wasser.</p>
<p>122km, 7:00h, 700hm</p>
<p><strong>Montag, 07.03.2011:  Aguas Calientes &#8211; Quiquijana ; meist sonnig  ca. 16- 25 Grad</strong></p>
<p>Unsere doch sehr einfache Unterkunft verlassen wir ohne Frühstück – da wir einfach kein Wasser haben.  Dafür haben wir Toppwetter und es geht bergab. Die Landschaft erinnert an ein Alpental, ganz im Unterschied zu den bisherigen Altiplano am Titikakasee entlang. Am späten Vormittag halten wir in Sicuani, einer Kleinstadt, um eigentlich Mittag zum machen. Leider sind entweder die für uns interessanten Restaurants geschlossen oder sie sind im 1. Obergeschoss, was uns mit den Rädern doch zu unsicher ist. So gibts nur Kekse.</p>
<p>Es geht ständig leicht bergab, die Kilometer flutschen nur so und wir kommen gut voran. Wo wir anhalten kommen gleich neugierige Leute auf uns zu und fragen. Das macht Spass. Mit Quiquijana erreichen wir unser Tagesziel, wo wir mal wieder „von einer Ohnmacht in die nächste fallen“. Das Zimmer ist zwar „ok“, aber der Rest – naja!! Morgen geht es nach Cusco, da wird alles besser.</p>
<p>105km, 5:10h , 310hm</p>
<p><strong>Dienstag, 08.03.2011:  Quiquijana &#8211; Cusco; meist sonnig  ca. 16- 25 Grad</strong></p>
<p>Früh am Morgen nieselt es noch – aber wie es so ist „Wenn Engel  reisen&#8230;“  hört es pünktlich mit unserem Fahrtantritt auf.  Bei moderaten Temperaturen und Sonnenschein rollen wir erst einmal bergab bis nach Urcos rein. Hier halten wir an der Plaza und wollen den Ort auf uns wirken lassen. Doch leider haben wir den Eindruck, dass wir mal wieder von allen Seiten begafft werden . Also weiter raus in die kleineren Dörfer. In Andahuyalillas machen wir Mittagspause, aufgrund der restlichen Kilometer von 70km  bis Etappenziel Cusco lassen wir es ruhig angehen.Witzig mal wieder der Einkauf des Brotes. Wir finden optisch ansprechende Hörnchen, fragen ob diese „dulce“ (süss) wären. „Si Si“ ertönt es sofort. „Pero quieremos pan con sal“ (Wir möchten aber Brot mit Salz). Kurz übelegt – und auf einmal sagt die Senora „Si Si es con Sal..“. So läuft das immer beim Einkaufen. Man könnte sich als Gringo wohl auch Bananen als Kartoffeln aufschwatzen lassen. Zumindest war das Brot wirklich salzig und richtig lecker.</p>
<p>Weiter bei schönsten Sonnenschein nach Norden. Wir halten in einem Örtchen namens Saylla, schnell Trinken und Kekse kaufen. Wir setzen uns draussen auf den Bordstein und schon gesellen sich der Ladenbesitzer und sein Sohn und was weiss ich wer noch dazu. Und wir reden über Gott und die Welt. Es fängt an beim allgegenwärtigen Müllproblem, über die anstehenden Präsidentenwahlen – über die der  Chef uns ausgiebig aufklärt,  das alte Deutsch-Nazi-Problem und endet mit den Aufständen gegen Herrn Gadafi in Libyen.</p>
<p>Dann zum Endspurt nach Cusco, wobei wir uns durch die beiden Vororte von Cusco kämfen müssen. Bis wir endlich auf der Plaza del Armas stehen vergeht eine gefühlte Ewigkeit. Zumindest stehen wir am frühen Nachmittag endlich vor der berühmten Kathedrale. Für uns ein magischer Moment, waren wir ja schon im Jahre 2007 hier, jedoch damals als Backpacker. Heute sind wir aus eigener Kraft hier, wir sind stolz auf uns. Als wir vor 3 ½ Jahren schon einmal hier waren fiel mir ein Radreisender auf, und für mich stand der Entschluss fest, dass ich das auch machen muss. Zum Glück konnten wir nun diesen Traum verwirklichen. Wir geniessen voerst die – ich bin mir sicher – neidvollen Blicke der anderen Touris, die es hier wirklich in Scharen gibt. Auch diese Stadt ist eine Reise wert, abgesehen vom nahen Machu Pichu, bietet die Stadt als solches ein gewissen Flair, was man sich nicht entgehen lassen sollte.</p>
<p>Von alten Fahrradweggefährten wie Wim und Benoit (von unserer Tour in Patagonien) haben wir die Adresse eines Hostels, welches bei Cyclisten sehr beliebt und für diese auch Sonderkonditionen bietet, in welches wir erst einmal einziehen.</p>
<p>Nach einer längst überfälligen Dusche ziehen wir am frühen Abend noch durch die Stadt und schwelgen in Erinnnerungen an unsere letzte Cusco-Reise. Unseren Plan auf ein selbstkreiertes Abendmahl verwerfen wir als wir bei „unserem Vegetarianer“  auf ein „göttliches“ Abendmenu inclusive Vorsuppe und Getränk für 5Soles (ca. 1,50Euro) einkehren.</p>
<p>76km , 4:40h , 740hm</p>
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		<title>Bolivien II La Paz &#8211; Copacabana</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 02:07:49 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sonntag, 20.02.2011, Arica (Chile) – La Paz, Regen, Schnee, Regen, Sonne bei 4-20Grad<br />
</strong>Mit ca. 1,5Stunden Verpätung kommt unser Bus mitten in der Nacht an. Froh darüber endlich unterwegs in Richtung bolivianischer Grenze zu sein stoppt der Bus nach ca.1,5Stunden. Der Fahrer nuschelt sich irgendetwas in den Bart, macht Motor und Licht aus und lässt sich nicht mehr blicken. Als nach einer halben Ewigkeit immer noch nichts passiert, schlussfolgern wir, dass der Mann sich scheinbar zum Schlafen hingelegt hat. Nach unendlichen 2,5Stunden im stickigen Bus, ohne Belüftung setzen wir endlich unsere Fahrt fort. Oben in Grenznähe auf über 4.000m angekommen ist alles kompett zugeschneit.<span id="more-423"></span> Eigentlich bei dem Sonnenwetter sehr idyllisch, jedoch vergeht uns der Genuss, da sich hier der Verkehr kilometerweit staut. Für mich unerklärbar fahren fährt unser überaus gestresster Busfahrer irgendwann weiter und überholt die ganze Schlange und wir stehen vorn. Der Grenzübergang erfolgt relativ stressfrei es geht nach den Holperkilometern über übler Schlaglochpiste endlich auf guter Asphaltstrasse in Bolivien weiter. Nach den Tagen im kargen Norden Chiles gibts es wieder sattgrüne Wiesen, Felder und unzähige Rinder, Schweine,Schafe und Lamas am Wegesrand.<br />
Am Nachmittag erreichen wir El Alto – von hier kann man runter nach La Paz schauen. Uns bietet sich ein traumhafter Ausblick auf diese einmalige Stadt. Von über 4.000m gehts es bis auf ca. 3.200m in einem Talkessel. Im Hintergrund dazu die schneebedeckten Gipfel einiger namhafter 6.000er Berge.<br />
Am Busbahnhof dann dürfen wir nach fast 15Stunden (!) den Bus verlassen.  Als Richtzeit für dies Fahrt rechnet man um die 8-10Stunden.<br />
Bald holen uns Cristian und Luisa ab und wir sitzen kurze Zeit später dei den beiden zu Hause.</p>
<p><strong>Montag, 21.02. – Sonntag 27.02.2011 , La Paz, sehr wechselhaft, meist Regen in der Nacht bei  8 – 23Grad</strong><br />
Wir nutzen natürlich die Zeit in La Paz, um Jenies Bike zu reparieren. Dabei ist natürlich Cristians Kontakte DIE Hilfe für uns. Im Velodrom von La Paz, übrigens das höchstgelegene der Welt (über 3.400m), kann uns Hector helfen. Er scheint ein Urgestein des Radsports in La Paz zu sein. Von Montag bis Donnerstag sind die Schweissarbeiten am Rahmen erledigt. Eine entsprechende Fotodokumentation ist in der Gallery unter &#8220;Rahmenreparatur Bolivian Style&#8221;  zu betrachten.<br />
Sonst sind wir in der Stadt, im Cafe von Cristian und Luisa, versuchen uns im Haus nützlich zum machen.<br />
Da wir uns in der Regenzeit hier in La Paz aufgehalten haben sind natürlich ausgiebige Regenfälle an der Tagesordnung. Mitunter regnete es die ganze Nacht durch,zeitweise auch am Tage. So blieben Erdrutsche auf der steilen Böschungen nicht aus. Dass diese Böschungen noch bebaut sind, verschlimmert natürlich dieses. Durch die Medien gingen die verheerenden Erdrutsche vom Sonntag, den 27.02.2011,bei denen durch glückliche Umstände niemand zu Schaden kam.</p>
<p><strong>Montag, 28.02.2011, La Paz – 4km vor San Pablo Tikina, sonnig , am Abend Regen bei 8 – 23Grad</strong><br />
Gleich früh am Morgen kämpfen wir uns durch den morgendlichen Berufsverkehr und treffen  uns im Cafe im Zentrum mit Cristian und den anderen Radlern, Merilee und Eric aus den USA. Gemeinsam radeln wir bergauf raus aus der Stadt nach El Alto. Unser Gepäck bringt Luisa nach, und wir verabschieden uns von Luisa und Cristian und von den anderen beiden Radlern, die Richtung Süden, in den Salar de Uyuni fahren wollen.<br />
Zuerst müssen wir noch das Verkehrschaos mit unzähligen und ständig hupenden Minibussen und penetrant stinkenden Bussen und LKWs in El Alto durchstehen, bis sich ab Ortsende die Lage wieder beruhigt und wir locker entspannt in Richtung Titikakasee (mit 3.810m über Null der höchste beschiffbare See der Welt) radeln. Das Wetter ist gut, der Asphalt ebenso und noch schöner die Landschaft um uns herum. Bald erreichen wir die ersten Ausläufer des Titikakasees, der für die nächsten Tage unser ständiger Begleiter sein wird. Die Belastungen in der Höhe des Altiplano zwischen 3.800m und über 4.000m sind natürlich zu spüren. Trotzdem ein tolles Gefühl, endlich wieder mit den Rädern unterwegs zu sein. Und das gerade nach der Odyssee mit Jennies Bike in den letzten Tagen.<br />
Wir fahren und fahren, es wird spät, wir sind erschöpft und wir fahren genau in eine Gewitterfront hinein.  An einer Passhöhe geht es richtig los mit starkem Wind und Regen. Ein Stückchen bergab stellen wir uns unter den Bäumen eines Friedhofs unter. Notgedrungen entscheiden wir uns für einen makabren Schlafplatz. Im Schutze der Friedhofsmauern und der Bäume werden wir hier zelten. Das Zelt steht bald. Jedoch müssen wir bald feststellen, dass unser gutes altes Zelt nach all den Jahren wohl mittlerweile ein Problem mit Wasser hat. So tropft es fröhlich rein, was ich mit provisorisch unter das Überzelt geschoben Plastiktüten reduzieren, nicht stoppen!, kann.</p>
<p>117km, 7:55h, 1.190hm</p>
<p><strong>Dienstag, 01.03.2011, 4km vor San Pablo Tikina – San Pedro Tikina, früh regen dann sonnig bei 12 – 25Grad<br />
</strong>Es hat bis auf einige Ausnahmen die ganze Nacht geregnet, was das Zelt nun nicht mehr gut mitmacht. So richtig gut schlafen konnten wir nicht, die Gründe liegen unter anderem natürlich an den „örtlichen Begebenheiten“ – obwohl  es ausserordentlich ruhig war. Wir warten noch den Frühregen ab und rollen dann die 4km nach San Pablo rein. Hier ist der Titkakasee nur 800m breit und ist nur per Boot zu überqueren.  Hier wollen wir erst einmal frühstücken und dann ganz entspannt über den See schippern. Doch weit gefehlt. Der Ort und seine gastronomischen Einrichtungen erwecken nicht den Eindruck, auf Gäste zu warten. Zum anderen Ist mal wieder ein typisch bolivianische Blockade. Nicht die erste für uns (Salar de Uyuni im letzten Jahr) – die Bootsfahrer streiken für wenigstens 24Stunden. Sie protestieren gegen einen geplanten Brückenbau über die Seeenge. Zum einen verständlich für uns, aber dass gerade heute gestreikt wird nervt uns schon ein bisschen.<br />
So verbringen wir den ganzen lieben Tag, wie auch viele Einheimische, Touristen, LKW-Fahrer an diesem Ort mit Blick ans gegenüberliegende Ufer, so nah und doch so weit.<br />
Zum Ende des Tages erbarmt sich die , ich denke, Marine und bringt Fussgänger an das andere Ufer. Irgendwann zählen wir auch zu den Glücklichen und betreten nach ca.9Stunden San Pedro, von wo es zu spät zum weiterfahren ist. Was für ein mieser Tag. Wir nehmen uns ein Zimmer. Auf Nachfrage nach einer Dusche wird verneint mit demn Hinweis,dass es aber ein Bad unten im Hause gäbe. Dass das „Bad“ nicht selbstverständlich ist, erfahre ich später als ich dieses aufsuchen will. Der Besitzer muss erst seine Tochter aufklären über diesen Service (inklusive), als diese mich nicht ins „Bad“ gewähren möchte.</p>
<p>Sonst ist der Ort genauso trostlos wie am anderen Ufer. „Was solls?“ sage ich mir und will mir eine Flasche Bier gönnen. „Es gibt keines – der LKW steht auf der anderen Seite!“. Danke, dies war wirklich ein rabenschwarzer Tag, den man ganz ganz schnell vergessen möchte.</p>
<p>7km, 0:45h, 0hm<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Mittwoch, 02.03.2011, San Pedro Tikina &#8211; Copacabana  , früh bewölkt später sonnig  bei 14 – 25Grad</strong><br />
Morgens wachen wir wie gerädert auf, vorausgesetzt wir haben überhaupt die Augen zugetan bei dem Lärm und den miesen Betten.  Fluchtartig verlassen wir ohne Frühstück diese Behausung,  „nur weg hier!“. Bei dem Frittiergeruch, der das ganze Haus durchströmt, ist an Essen wirklich nicht zu denken. Die ersten Kilometer sind eine Qual, zumal sich Jennie nicht gut fühlt, Erkältung un Kopfschmerzen. Wir schleppen uns die kleinen Anstiege hoch und runter. Die traumhafte Landschaft um uns herum treibt uns voran. Wir erklimmen den bisher höchsten Punkt unserer Reise mit 4.251m. Bald geht es wieder leicht bergab in Richtung Copacabana, ein touristisches Aushängeschild am Titikakasee, traumhaft gelegen.<br />
Uns gefällt der Ort und wir entscheiden, heute hierzubleiben. Zum einen, weil der Ort interessant scheint und das Preis/Leistungsverhältnis bei Übernachtungen unschlagbar ist, zum anderen weil Jennie die Zeit zum Erholen braucht.<br />
43km, 3:15h, 550hm</p>
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